Kontrolle des Privatfernsehens : Neue Spitze beim Jugendmedienschutz

Joachim von Gottberg hatte stets ein Auge auf die Privatsender. Zum Jahresende hört er als Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen auf

Insbesondere Privatsender sind beim jungen Publikum beliebt.
Insbesondere Privatsender sind beim jungen Publikum beliebt.Foto: dpa/Arne Dedert

Die Gründung der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen e. V. (FSF) war nicht so ganz freiwillig. Aber die privaten Fernsehanbieter in Deutschland hatten schnell begriffen, dass sie die Kontrolle ihrer Programme besser selbst organisieren als dass sie von Dritten übernommen wird.

1993 wurde die FSF mit Sitz in Berlin gegründet, und es war vor allem dem „Gründervater“ Joachim von Gottberg zu verdanken, dass zwei Befürchtungen schnell überwunden waren. Die Furcht der Privatsender, dass ihre Angebote über die FSF-Prüfung entkernt würden, die Furcht der Allgemeinheit, dass lasche Kontrollen das Privat-TV enthemmen würden.

Joachim von Gottberg wird Ende des Jahres die Geschäftsführung aus Altersgründen abgeben. Joachim Moczall, Vorsitzender des FSF-Vorstandes, sagte: „Wir danken Joachim von Gottberg für seine überragende Arbeit in den vergangenen 25 Jahren, angefangen von der Konzeption und Gründung der FSF bis hin zu ihrer heutigen Stellung als unverzichtbare Anlaufstelle im Jugendmedienschutz.“ Gottberg wird der FSF verbunden bleiben, indem er die von dem Selbstkontrollorgan herausgegebene Zeitschrift „tv diskurs“ weiter betreuen wird.

Neue Spitze mit Claudia Mikat

Um Qualität und Kontinuität der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen zu gewährleisten, wurde die Medienpädagogin Claudia Mikat zur neuen Geschäftsführerin gewählt. Die bisherige Vorsitzende der Programmprüfung wird ihr Amt am 1. Januar antreten.

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Die Erziehungswissenschaftlerin Mikat setzt sich für transparente Jugendschutzinformationen und die Förderung von Medienkompetenz ein. Wichtig sei es, eine breite Akzeptanz für den Jugendschutz zu stärken und die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen für den voranschreitenden Medienwandel aufzustellen, sagte Mikat. Sie ist seit 2001 hauptamtliche Prüferin und Vorsitzende der Prüfausschüsse und seit 2015 Geschäftsführerin Programmprüfung bei der FSF.

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