Kritik an Einsparungen im RBB : Initiative sieht Kultur in Gefahr

Der RBB will verlässlicher Anlaufpunkt für die Kultur sein. Zugleich wird massiv gespart. Eine Initiative warnt nun vor den Folgen.

Neue Marke, neues Logo: Anfang Mai präsentierte der Rundfunk Berlin-Brandenburg die geänderte Strategie für rbbKultur.
Neue Marke, neues Logo: Anfang Mai präsentierte der Rundfunk Berlin-Brandenburg die geänderte Strategie für rbbKultur.Foto: RBB

Die Kultur könnte beim Rundfunk Berlin- Brandenburg (RBB) in Zukunft eine geringere Rolle spielen. Mit einem Offenen Brief an RBB-Intendantin Patricia Schlesinger und einem Protestschreiben an die Mitglieder des Rundfunkrates warnt eine Initiative der freien Mitarbeiter des RBB-Kulturradios davor, dass „die Kultur beim RBB zusammengespart“ wird.

Das Kulturradio des RBB soll von 2021 an mit einer Million Euro weniger auskommen, heißt es in einem Schreiben der Initiative, das am Donnerstag auch an die Medien verschickt wurde. Nach Angaben der Freienvertretung entspricht dies „20 Prozent des Programmetats und jährlich rund 4000 journalistischen Beiträgen über gesellschaftliche Debatten, über Bildung und Stadtentwicklung, Musik und Film, Theater und Literatur“. Das werde vor allem die freien Mitarbeiter treffen.

RBB-Intendantin Schlesinger hatte Anfang Juni eingeräumt, dass das Kulturradio „ein Bereich von mehreren“ sei, bei dem vor dem Hintergrund der Forderungen nach Einsparungen bei gleichzeitigem Ausbau der Digitalprodukte gehandelt werden müsse. „Das Kulturradio wird vergleichsweise wenig gehört, ist aber eines der teuersten in der ARD. Der Etat sinkt demnach um eine Million Euro.“

Weitreichende Programmkürzungen befürchtet

Die Freien-Initiative befürchtet, dass sich dieses Einsparvolumen „nur mit weitreichenden Programmkürzungen“ umsetzen lässt und dass hauptsächlich „beim journalistischen Wort“ gekürzt werden könnte. Die Initiative verweist auf ähnliche Sparmaßnahmen beim Hessischen Rundfunk. „Die Orientierung am Mainstream kann nicht das Ziel des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sein.“ Die Senderspitze verteidigte den Ausbau des Digitalangebots damit, dass rbbKultur jüngere Menschen bereits jetzt online stärker interessiere. Auf Facebook habe die Marke bei den 25- bis 44-Jährigen nach Fritz die zweitjüngste Nutzergruppe aller RBB-Angebote.

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