Kulanzregeln bei Sport-Sendern : Dazn und Sky halten sich bedeckt, Telekom reagiert

Sky und Dazn: Noch keine Entscheidung über Kulanz-Regelungen. MagentaSport-Kunden bekommen Abopreis für einen Monat erstattet.

Das täuscht. Sky überträgt aktuell keine Minute Fußball. Aber die Kunden müssen die Abos weiterbezahlen.
Das täuscht. Sky überträgt aktuell keine Minute Fußball. Aber die Kunden müssen die Abos weiterbezahlen.Foto: dpa

Die auf Live-Sport spezialisierten TV-Anbieter Sky und Dazn haben noch keine Entscheidungen über Kulanz-Regelungen wegen ihres stark reduzierten Programms getroffen. Das sagten Sprecher des Pay-TV-Senders und des ebenfalls kostenpflichtigen Streamingdienstes am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Sky und Dazn haben wegen der Absage fast aller Sportveranstaltungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus momentan keine Live-Übertragungen im Angebot. Sie zeigen derzeit vor allem Dokumentationen und Aufzeichnungen früherer Fußballspiele.

Für einen Teil der Dazn-Kunden gibt es allerdings eine einfache Lösung. Wer ein Monats-Abonnement für 11,99 Euro hat, kann eine Vier-Monats-Pause einlegen oder sogar sofort kündigen. Anders sieht es beim Jahresvertrag für 119,99 Euro aus. Beim Jahresabo könne dagegen nicht pausiert werden, teilte Dazn mit.

Telekom erstattet Abopreis für einen Monat

Die Telekom hat hingegen schon reagiert. Weil nahezu der komplette Sport durch Absagen stillsteht, „können wir leider den Fans und unseren MagentaSport-Kunden nicht wie gewohnt packenden Live-Sport zeigen“, sagte Sponsoring-Chef Henning Stiegenroth. „Daher werden wir allen MagentaSport-Kunden zunächst den Abopreis für einen Monat erstatten. Sollte sich die Entwicklung fortsetzen, werden wir auch danach selbstverständlich eine faire Lösung für die Kunden finden.“ Die Telekom zeigt normalerweise Basketball, Eishockey und Drittliga-Fußball.

Dazn vor existenziellen Problemen

Für die Telekom, die sonst Basketball, Eishockey und Drittliga-Fußball zeigt, ist das finanzielle Entgegenkommen kein großes Problem. Denn Sport-Übertragungen sind - anders als bei Sky oder DAZN - nicht der Kern des Geschäfts und nicht die wichtigste Einnahmequelle.

Vor allem für Dazn könnte der Blackout beim Live-Sport ein existenzielles Problem werden, weil bei Kündigungen oder Pausen der Monats-Abonnements kein Geld in die Kassen fließt. Zwar spart der Streaminganbieter wie auch Sky teilweise die Lizenzzahlungen für die TV-Rechte, aber die laufenden Kosten bleiben vorerst.

Auch die größtenteils kostenfrei zu empfangenden Eurosport- und Sport1-Angebote sind betroffen. „Um den fehlenden Live-Sport programmlich aufzufangen, werden wir unsere Sendepläne anpassen und etliche der großen Momente noch mal in Erinnerung bringen“, heißt es dazu bei Eurosport. (mit dpa)