Lead Awards : Giovanni di Lorenzo ist Blattmacher des Jahres

Der Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“, Giovanni di Lorenzo, ist von der LeadAcademy als Blattmacher des Jahres ausgezeichnet worden.

Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur von ·Die Zeit·, wird nach dem Erhalt des ersten Preises in der Kategorie ·Zeitung überregional· bei den LeadAwards von Moderator Michel Abdollahi interviewt.
Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur von ·Die Zeit·, wird nach dem Erhalt des ersten Preises in der Kategorie ·Zeitung überregional·...Foto: dpa

Giovanni di Lorenzo nahm die Ehrung LeadAward 2019 in der Kategorie „Zeitung überregional“ (Gold) am Montag in Hamburg entgegen. Insgesamt ist die Zeit Verlagsgruppe mit vier Auszeichnungen erfolgreichstes Medienhaus.

Der Leiter der LeadAcademy, Markus Peichl, verwies auf die Leistung di Lorenzos, eine zeitgemäße Zeitung definiert zu haben. Zum Beispiel habe er ein neues Ressort eingeführt - „Streit“. Dabei werden verschiedene Meinungen gegenübergestellt.

Di Lorenzo betonte bei der Verleihung, dass „Streit“ das Aufsehenerregendste in den letzten Jahren bei der Zeitung sei. Er sagte in seiner Rede auch, dass er in seinem Berufsleben diese Erfahrung gemacht habe: Alles, was gut gelaufen ist und was Leser mögen, habe zunächst unter hämischem Gelächter der eigenen Branche gestanden.

Di Lorenzo ergänzte dazu: „Hört nicht so sehr auf Journalisten, dann wird alles gut.“ Er appellierte auch daran, mehr Mut zu haben, um mehr Diversität zu zeigen.

Die LeadAwards, die zu den wichtigen Medienpreisen in Deutschland gehören, wurden zum 26. Mal vergeben. Hinter dem Preis steht der Verein LeadAcademy und seine Jury.

Insgesamt gab es Preise in acht Kategorien. Den Bereich „Zeitung regional“ (Gold) gewann der Chefredakteur des „Hamburger Abendblatts“, Lars Haider. Die Chefredakteure des „SZ-Magazins“, Michael Ebert und Timm Klotzek, bekamen die Ehrung als Blattmacher des Jahres „Magazin Debatte“.

Weitere Gold-Gewinner wurden: Kategorie „Magazin Popular“ - Sabine Ingwersen als Chefredakteurin unter anderem der Zeitschriften „Tina“, „Bella“ und „Laura“; Kategorie „Magazin Independent“ - Oliver Wurm („Das Grundgesetz als Magazin“, „Fußballgold“); „Magazin Lifestyle“ - Sinja Schütte (Chefredakteurin unter anderem von „Flow“, „Living at Home“, „Hygge“).

In der Kategorie „Webmagazin national“ gewannen Matze Hielscher und Pierre Türkowsky (Chefredakteure „Mit Vergnügen“). Erstmals gab es einen LeadAward für die Kategorie „Podcast national“ - Sabine Rückert und Andreas Sentker siegten mit „Zeit Verbrechen“. Mit dem silbernen LeadAward in derselben Kategorie wurden Christoph Amend, Chefredakteur des Zeit Magazins, und Jochen Wegner, Chefredakteur von Zeit Online, für „Alles gesagt?“ ausgezeichnet.

In den jeweiligen Kategorien wurden auch Silber- und Bronze-Preise vergeben. Andreas Lebert, Chefredakteur von Zeit Wissen, holte den LeadAward in Bronze in der Kategorie „Magazin Debatte“.

Eine Auszeichnung in der Kategorie "Zeitung regional" erhielt Sabine Schicketanz, Chefredakteurin "Potsdamer Neueste Nachrichten".

Im Vorfeld hatte es noch eine Änderung an der Nominierten-Liste gegeben. Anlass dafür war die deutsche Novemberausgabe des Modemagazins „Elle“ mit dem Schwerpunkt Schwarz. Sie hatte international Kritik ausgelöst, auch bei Prominenten wie Topmodel Naomi Campbell.

Chefredakteurin Sabine Nedelchev hatte eingeräumt, es sei ein Fehler gewesen, die Titelzeile „Back to black“ (dt.: Zurück zu Schwarz) zu nutzen. Missverständlich ausgelegt könnte es bedeuten, dass Schwarze eine Art Modetrend seien. Laut LeadAcademy wurde im Nachgang Nedelchev von der Nominierten-Liste genommen. dpa/Tsp

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