Magazin mit Würde : Gänsehaut mit dem Grundgesetz

Ein ungewöhnliches Magazin-Projekt von Oliver Wurm lässt so manchen Artikel des Grundgesetzes in neuem Licht erscheinen.

Oliver Wurm (r) und Andreas Volleritsch mit "GG - Das Grundgesetz als Magazin".
Oliver Wurm (r) und Andreas Volleritsch mit "GG - Das Grundgesetz als Magazin".Foto: dpa


Die Grundrechte, der Bund und die Länder, der Bundestag… – selten war die Inhaltsangabe eines Magazins so vorgegeben wie bei dem neuen Projekt des Medienunternehmers Oliver Wurm: das Grundgesetz in Magazinform. Der vollständige Originaltext liegt seit Dienstag als 124seitige Zeitschrift an den Kiosk, rechtzeitig vor dem Jubiläum am 23. Mai 2019. Dann wird die Verfassung der Bundesrepublik 70 Jahre alt.

Das Ganze dürfte covermäßig am Kiosk kaum auffallen, kommt haptisch anders daher, würdevoller sozusagen: Der Text des Grundgesetzes steht auf sehr dickem, holzigem Papier, der Infografikteil auf glattem Glanzpapier. Die Ausgabe soll den Text des Grundgesetzes, ergänzt um Fotos Infografiken, leicht lesbar und modern präsentieren. Durch die farbigen Linien an den Seitenrändern ergibt sich seitlich die Deutschland-Fahne, wenn man es leicht aufblättert. Auf Seite 14 die spannendste Geschichte: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, Artikel 1, über die ganze Seite in weißer Schrift vor rotem Hintergrund.

100 000 Exemplare Grundgesetz pur zum Preis von zehn Euro – nicht sein erstes ungewöhnliches Magazin-Projekt. 2011 hat Oliver Wurm das Neue Testament als Zeitschrift gestaltet, auch zusammen mit dem Designer Andreas Volleritsch. Wie kommt man darauf? „Es gab den Impuls, das Grundgesetz zu lesen. Als ich es hatte, der gleiche Effekt wie beim Projekt mit dem Neuen Testament. Diese klugen, visionären Sätze. Dann dieser kostenlos erhältliche Mini-Billigdruck. Das tat mir fast körperlich weh.“

An vielen Stellen bekomme man beim Lesen tatsächlich Gänsehaut, so Wurm. Es gebe keine spezifische Zielgruppe: „Jung und Alt sollten es lesen, Arm und Reich, Professoren und Arbeiter.“ Vieles im Grundgesetz erscheine ihm geradezu visionär (manches kommt noch hinzu). Es lohne sich, es zu schützen und zu verteidigen und zu stärken.

Warum nicht auch mal am Kiosk.

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