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Medienkrise : Insolvente Nachrichtenagentur dapd stellt Betrieb sofort ein

Die Geschichte der dapd ist eine Abfolge von Aufbrüchen und Einbrüchen. Die beiden Investoren Martin Vorderwülbecke und Peter Löw waren angetreten, den deutschen Agenturmarkt zu erobern. Sie fusionierten dafür nach dem Kauf von ddp diese Agentur Mitte 2010 mit dem zugekauften früheren deutschen Dienst der amerikanischen Agentur Associated Press (AP) zur dapd.
Durch die Steigerung der Mitarbeiterzahl auf rund 300 und einer aggressiven Preispolitik sollte der Platzhirsch auf dem engen deutschen Markt, die Deutsche Presse-Agentur, einge-, wenn nicht überholt werden. Größter Coup war, als dapd nach erfolgreicher gerichtlicher Auseinandersetzung den Millionenauftrag des Auswärtigen Amtes zugesprochen bekam, der bedeutete, dass künftig nicht mehr die dpa, sondern dapd die deutschen Botschaften mit Nachrichten beliefern sollte.
Spätestens im Oktober 2012 zeigte sich, dass das Ziel einer wirtschaftlich tragfähigen Vollagentur auf Sand gebaut war. Mehrere Gesellschaften im dapd-Kerngeschäft mussten Insolvenz anmelden. Löw und Vorderwülbecke hatten die Finanzierung der Verluste eingestellt, an die hundert Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Frische Hoffnung keimte mit dem neuen Investor Ulrich Ende auf. Der ehemalige Geschäftsführer des Nachrichtensenders N 24 wollte dapd mit weiteren Investoren wie dem Unternehmer Christoph Bausinger vom 1. Februar 2013 aus der Insolvenz führen. Anfang März musste Ende eingestehen, dass die Geldgeber trotz vertraglicher Zusagen nicht bezahlt hätten. Am 10. April hat der Schrecken ein Ende.

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