Moderatorin des "heute-journals" im ZDF : Marietta Slomka fehlt oft Anerkennung für Politiker

Stellt nur öffentliche Kommunikation her: ZDF-Moderatorin Slomka hält sich in ihrem Job nicht für mächtig

Marietta Slomka moderiert seit 2001 das "heute-journal" im ZDF
Marietta Slomka moderiert seit 2001 das "heute-journal" im ZDFFoto: ZDF

Die ZDF-Moderatorin Marietta Slomka hat eine oft mangelnde Anerkennung für Politiker in der Gesellschaft beklagt. Sie habe den Eindruck, "dass der stressige Job, Politiker zu sein, in der Gesellschaft nicht die Anerkennung findet, die er verdient", sagte die 50-Jährige, die in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe der "Zeit" den "politischen Fragebogen" ausgefüllt hat. Zugleich meinte die Journalistin, dass "Mitleid wohl das Vernichtendste ist, was man einem Politiker öffentlich aussprechen kann. Darauf verzichte ich."

Habe keine Macht

Marietta Slomka, die seit 2001 das "heute-journal" im ZDF moderiert, hält sich in ihrer Rolle als Fernsehjournalistin und Polit-Interviewerin nicht für mächtig. "Ich stelle nur öffentliche Kommunikation her, und das unter asymmetrischen Bedingungen. Die Politiker haben immer den höheren Wortanteil." Sie könne kann oft nur zeigen, wo keine Antworten gegeben würden oder wo sich Widersprüche und Schwächen auftun würden. Das sei aber etwas anderes als Macht. "Ich bin nicht der weiße Hai. Vielleicht Nemo, der Clownsfisch mit den großen, wachsamen Augen, der den Betrieb stört", sagte Slomka dem Blatt. Dabei ist sie nicht nach Applaus von allen Seiten aus: "Everybody's Darling is Everybody's Depp" - das gilt vielleicht auch für die TV-Moderatoren."

Verzicht auf Social Media

Die "Wechselwählerin" habe die konservative Überzeugung, dass Konventionen ein Wert an sich seien, weil sie dabei helfen, auch bei Konflikten Zivilität zu wahren. Das scheine zunehmend außer Mode zu kommen. "Deshalb habe ich keinen persönlichen, erkennbaren Social-Media-Account. Ich ertrage die Tonlagen dort nicht." Sie verzichte auf die moderne Konvention, bei Facebook, Twitter & Co. Leute anzublaffen - und angeblafft zu werden.

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!