Nach Einigung mit Musik-Abo-Diensten : Nun auch Lizenzvergütungen von Amazon, Netflix & Co.

Filme und Serien würde ohne Musik vieles fehlen. Nun haben sich die Gema und die Vertreter der Video-on-Demand-Dienste über Lizenzgebühren geeinigt.

Immer größer. Das US-Unternehmen Netflix
Immer größer. Das US-Unternehmen NetflixFoto: dpa

Für die in der Gema organisierten Urheber von Musikwerken ist die Regelung ein wichtiger Schritt: Die Verwertungsgesellschaft hat sich mit dem Digitalverband Bitkom und dem Privatsenderverband Vaunet (ehemals VPRT) auf Lizenzvergütungen für Video-on-Demand-Dienste wie Amazon Prime Video, Netflix und Maxdome geeinigt. Eine ähnliche Regelung besteht bereits seit längerer Zeit für Music-on-Demand-Dienste wie Spotify oder Deezer, auch mit Youtube kam es nach langem Streit zu einer Lösung.

„Die jetzt erzielte Einigung schafft Planungssicherheit für die Anbieter von Abo-Video-on-Demand-Diensten“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Der Vertrag leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass es attraktive VoD-Angebote im deutschen Markt gibt.“ „Mit dem Gesamtvertrag können wir die angemessene Vergütung für die bei der Gema vertretenen Musikurheber sichern, die auch vom Markt akzeptiert wird“, erklärte Gema-Chef Harald Heker. „Musikschaffende leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zu audiovisuellen Film- und Fernsehproduktionen. Diese Leistung verdient eine faire Entlohnung.“ 

Werbefinanzierte Angebote sind ausgenommen

Der Gesamtvertrag umfasst die Lizenzierung von abonnementbasierten Video-on-Demand-Diensten und gilt – soweit die Dienste bereits verfügbar waren – rückwirkend ab dem 1. Januar 2009. Nicht davon abgedeckt sind werbefinanzierte Streaming-Angebote und Angebote von Online-Videotheken, bei denen Videos gekauft oder geliehen werden können, für die bereits seit 2011 ein Gesamtvertrag und ein Tarif bestehen. Die Lizenzvergütung beträgt für Stand-Alone-Angebote 2,5 Prozent der Nettoerlöse des Dienstes, aber mindestens 20 Cent pro Abonnent pro Monat. Einer Bitkom-Umfrage zufolge schaut über ein Drittel der Internetnutzer (37 Prozent) in Deutschland Filme und Serien über abonnierte On-Demand-Portale.

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