Nach Gespräch mit Kalbitz : RBB schafft Sommerinterviews ab

„Es zwingt uns niemand, ein solches Konzept zu verfolgen." Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) will künftig keine Sommerinterviews mehr bringen.

Sieben Minuten lang redete Andreas Kalbitz, Chef der Brandenburger AfD, im RBB Fernsehen.
Sieben Minuten lang redete Andreas Kalbitz, Chef der Brandenburger AfD, im RBB Fernsehen.Screenshot: Tsp

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) will künftig keine Sommerinterviews mehr bringen. Die Gesprächsreihe „Politik am See“ mit brandenburgischen Spitzenpolitikern werde im kommenden Jahr eingestellt, berichtet die Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ (Freitag) unter Berufung auf RBB-Chefredakteur Christoph Singelnstein. Der Sender stand zuletzt wegen eines unkritischen Interviews mit Brandenburgs früherem AfD-Chef Andreas Kalbitz in der Kritik, das im Juli in der Gesprächsreihe gesendet worden war.

„Es zwingt uns niemand, ein solches Konzept zu verfolgen“, sagt Singelnstein der „Zeit“: „Nicht nur ich halte das gesamte Format für veraltet.“ Es werde keine Sommerinterviews im RBB mehr geben. Der RBB hat das auf Tagesspiegel-Nachfrage bestätigt. Der RBB werde das Konzept der Interviewserie „Politik am See“ im Nachrichtenmagazin „Brandenburg aktuell“ im kommenden Jahr nicht mehr verfolgen.

Das Gespräch mit Kalbitz hätte laut Singelnstein besser vorbereitet werden müssen. Der RBB habe enorme Expertise im Bereich Rechtsextremismus und erfahrene Rechercheure, aber dieses Wissen sei nicht genutzt worden. „Es treibt mich noch sehr um, dass uns das passieren konnte“, sagte Singelnstein der „Zeit“. Die AfD habe jedoch in der Reihe als zweitstärkste Kraft im brandenburgischen Landtag berücksichtigt werden müssen. epd

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