Neue Job für die Obamas : Präsidiale Geschichten

Barack und Michelle Obama produzieren Serien, Filme und Dokumentationen für Netflix. In die aktuelle Politik wollen sich der Ex-Präsident und die ehemalige First Lady nicht einmischen.

Neue Rolle: Michelle und Brarack Obama stehen seit Montag bei Netflix unter Produzentenvertrag.
Neue Rolle: Michelle und Brarack Obama stehen seit Montag bei Netflix unter Produzentenvertrag.Foto: Jonathan Ernst/Reuters

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle gehen ins Produzenten-Business. Am Montag unterzeichneten sie einen mehrjährigen Vertrag mit dem Internet-Streamingdienst Netflix, für den sie Serien, Filme und Dokumentationen produzieren wollen. Als Präsident habe er so viele faszinierende Menschen aus allen Lebensbereichen kennengelernt, nun wolle er ihnen helfen, ihre Lebenserfahrungen einem größeren Publikum zugänglich zu machen, erklärte Barack Obama. Mutmachen, Inspiration und Verständigung seien ihre Ziele.

Die Obamas zählten zu den respektiertesten und bekanntesten öffentlichen Persönlichkeiten der Welt, erklärte Netflix-Programmchef Ted Sarandos in der Mitteilung. Sie seien in der einzigartigen Lage, Geschichten über Menschen zu entdecken, die etwas bewegen und die sich bemühen, die Welt besser zu machen. Was Netflix dem Ex-Präsidentenpaar für das Engagement zahlt, wurde nicht bekannt gegeben. Branchenschätzungen zufolge handelt es sich um einen mehrstelligen Millionen-Dollar-Betrag. Für Netflix bedeutet die Anstellung der Obamas zusätzliche Aufmerksamkeit. Zurzeit hat der Streamingdienst 125 Millionen Abonnenten in 190 Ländern. Vor allem mit dem Videodienst von Amazon, aber auch mit Disney und HBO liefert sich Netflix einen Milliarden Dollar schweren Konkurrenzkampf.

Neue Blicke auf die Welt ermöglichen

Als politisches Instrument gegen Amtsnachfolger Donald Trump wollen Barack und Michelle Obama ihr Engagement nicht verstanden wissen. Michelle Obama erklärte, sie wolle sich vielmehr aufs Geschichtenerzählen konzentrieren, „um uns neue Blicke auf die Welt zu ermöglichen und uns zu helfen, unseren Verstand und unsere Herzen für andere zu öffnen“. Barack Obama fügte hinzu, er wolle zusammen mit seiner Frau als Filmproduzent talentierte, inspirierende und kreative Stimmen fördern, die zu größerem Mitgefühl und zu Verständnis unter den Menschen beitragen können“.

Seit dem Ausscheiden aus dem Amt Anfang vergangenen Jahres hielten sich die Obamas mit öffentlichen Auftritten und politischen Stellungnahmen betont zurück. Sie verfügen aber über eine massive Anhängerschaft in den sozialen Netzwerken – auf Twitter und Instagram haben sie zusammengerechnet 150 Millionen Follower. Kurt Sagatz (mit AFP)

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