Rückkehr ins Fernsehen : Kachelmann: „Kriege mein Leben zurück“

Nach seinem Freispruch versuchte Jörg Kachelmann lange, seinen Ruf wiederherzustellen. Jetzt hat er erzählt, warum er als Talkshow-Moderator zurückkehrt.

Kachelmann im Verhandlungssal des Oberlandesgerichts in Frankfurt am Main
Kachelmann im Verhandlungssal des Oberlandesgerichts in Frankfurt am MainFoto: dpa/Frank Rumpenhorst

Für den früheren ARD-Wetterexperten Jörg Kachelmann ist die Rückkehr zum Fernsehen eine Rückkehr in sein altes Leben. Er habe sich nach seinem Freispruch vorgenommen: „Ich kriege mein Leben zurück“, erzählt Kachelmann im Interview mit der „Zeit“.

Denn: „Manche haben meine Fernsehabwesenheit wie ein Monstranz vor sich hergetragen“. Es sei im Laufe der vergangenen sieben Jahre immer weniger geworden, was man ihm vorwerfen konnte: „Aber das kam immer: Wenigstens darf er nicht mehr ins Fernsehen!“ Das sei für ihn der Grund gewesen, wieder als Moderator in einer Talkshow aufzutreten. Am Freitag kehrt Kachelmann als Moderator zu seiner früheren Talk-Sendung „Riverboat“ beim MDR zurück.
Nach seinem Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung hatte Kachelmann jahrelang darum gekämpft, seinen Ruf wiederherzustellen. In dem Interview berichtet er, dass er von Zeitungsverlagen, die während des Strafverfahrens seine Persönlichkeitsrechte verletzt hatten, vor Gericht Entschädigungssummen erstritten habe, die insgesamt „nicht weit unter einer Million“ gelegen hätten.

Mit ihm habe „jahrelang kein Journalist sprechen“ wollen, so Kachelmann, daher habe er selbst sich in den sozialen Medien Gehör verschafft. Kachelmann: „Ich hatte natürlich das Glück, dass ich mich auf Twitter äußern und eine Art Paralleluniversum erschaffen konnte.“

Die Leute, die 2010 beim MDR das Sagen hatten, seien heute nicht mehr da, sagt Kachelmann. Die Anbahnung seiner Rückkehr habe sich über ein halbes Jahr erstreckt, „dann gab es ein diskretes Vorabtreffen – wahrscheinlich, um zu sehen, ob ich bei Trost bin. Auf Twitter schreibe ich ja sehr engagiert und auch polemisch. Ich habe offenbar ‚bei Trost‘ gewirkt, danach gab es das nächste Gespräch mit höheren Etagen“. Vor der Aufzeichnung der ersten Sendung habe er „vor Aufregung kaum geschlafen“. (Tsp)

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