Rundfunk Berlin-Brandenburg : Christoph Augenstein wird neuer RBB-Direktor

Patricia Schlesinger setzt den Umbau des RBB fort: Christoph Augenstein soll als neuer Direktor Produktion und Technik effizienter machen. Zudem kehrt Kurt Krömer ins Programm zurück.

Christoph Augenstein, 54, wird neuer Direktor Produktion und Technik beim Rundfunk Berlin-Brandenburg.
Christoph Augenstein, 54, wird neuer Direktor Produktion und Technik beim Rundfunk Berlin-Brandenburg.Foto: WDR/RBB

Nach der Reform des Prime-Time-Programms des RBB-Fernsehens steht beim Rundfunk Berlin-Brandenburg nun der weitere Umbau des Bereichs Produktion und Technik an. Am Donnerstag folgte der Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen Senders einem Vorschlag von Intendantin Patricia Schlesinger und wählte Christoph Augenstein mit 16 von 18 Stimmen zum neuen Direktor für Produktion und Technik.

Augenstein kommt vom Westdeutschen Rundfunk, wo er zuletzt stellvertretender Direktor für ebendiesen Bereich war. Mit dem 54-Jährigen holt sich Schlesinger, die selbst vom NDR kommt, erneut einen auswärtigen Fachmann an ihre Seite. Jan Schulte-Kellinghaus, der seit März 2017 der Programmdirektion des RBB vorsteht, war zuvor beim NDR für den Programmbereich Fernsehen zuständig.

Mehrere Journalistenpreise gewonnen

Christoph Augenstein hat beim WDR unter anderem den Aufbau der Internetredaktion wdr.de und des Sportportals sport.ard.de vorangetrieben. Er war persönlicher Referent des damaligen Intendanten Fritz Pleitgen. Seit 2016 ist er medienübergreifend für den gesamten aktuellen Sende- und Produktionsbetrieb des WDR in Köln, den Ereigniskanal Phoenix und die Auslandsstudios des WDR verantwortlich, seit Anfang 2017 ist er zudem stellvertretender Produktionsdirektor. Zugleich steht Augenstein für journalistische Kompetenz mit einschlägiger Radioerfahrung bei Eins Live. Für seine journalistischen Arbeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Civis-Medienpreis. Augenstein wird das neue Amt voraussichtlich im Spätsommer antreten.  


Beim RBB löst Augenstein Nawid Goudarzi an, der den Sender Ende April verlässt. Goudarzi war seit der Gründung des RBB im Jahr 2003 für Produktion und Betrieb verantwortlich. Seine Laufbahn hatte Goudarzi, der im Juni 65 Jahre alt wird, beim ZDF begonnen und beim ORB fortgesetzt.

Neue Verantwortlichkeiten im RBB

Die grobe Richtung für die Weiterentwicklung von Produktion und Betrieb hatte Intendantin Schlesinger bereits vorgegeben. Von Mai an werden dem Bereich auch sämtliche IT-Aktivitäten zugeordnet, wie der Berlin-Brandenburger Sender im Februar angekündigt hatte. Diesen Prozess hatte Augenstein beim WDR bereits eingeleitet. Damit einher geht beim RBB die Erwartung, so effizienter und auch kostengünstiger produzieren zu können.

Im Tätigkeitsbericht von Intendantin Patricia Schlesinger an den Rundfunkrat ging es unter anderem auch um das bevorstehende Jubiläum zu 15 Jahren Rundfunk Berlin-Brandenburg, das Anfang Mai ansteht. Damit verbunden ist die Rückkehr von Kurt Krömer ins RBB-Programm. Der Komiker und Moderator hatte sich 2014 aus dem Fernsehen verabschiedet. Bislang steht allerdings nur fest, dass er im Mai als Programmsprecher im RBB-Fernsehen zu sehen sein wird. In Planung ist zudem ein RBB-Late-Night-Talk. Ob es eine Verbindung zwischen den beiden Nachrichten gibt, ist nicht bekannt.

Der Rundfunkrat beschäftigte sich am Donnerstag zudem mit vier Programmbeschwerden, in denen Beiträge als nicht ausgewogen oder zu unkritisch kritisiert worden waren. So sei in einem Bericht der "Tagesschau" über die Berufung von Wolfgang Schäuble zum Bundestagspräsidenten, für den die dem RBB zugehörige Hauptstadtredaktion der ARD zuständig war, nicht genügend kritisch auf seine umstrittene Sparpolitik und seine Haltung zu Griechenland eingegangen worden. Diese Programmbeschwerde wurde ebenso wie die übrigen vom RBB-Programmausschuss als unbegründet bewertet. Der Rundfunkrat schloss sich dieser Bewertung an und wies die Beschwerden zurück. Kurt Sagatz

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