Satire-Video von Schlecky Silberstein : Der SWR will sich wehren

Nach den Hausbesuchen bei Schlecky Silberstein: Der Südwestrundfunk betonte, man werde derartige Drohungen nicht einfach hinnehmen.

Als "Fakevideo" meinte die Berliner AfD die Dreharbeiten zu einem Satire-Clip aufzudecken, der die Vorfälle in Chemnitz karikiert.
Als "Fakevideo" meinte die Berliner AfD die Dreharbeiten zu einem Satire-Clip aufzudecken, der die Vorfälle in Chemnitz karikiert.Foto: Screenshot Facebook/AfD Berlin

Der SWR will die antisemitischen Drohungen gegen den Berliner Satire-Produzenten Schlecky Silberstein „sorgfältig und sachlich prüfen“ und gegebenenfalls „notwendige Maßnahmen einleiten“. Der Sender werde nicht hinnehmen, dass vom SWR beauftragte Produzenten diskreditiert oder bedroht werden, heißt es in einer Stellungnahme.

Silberstein produziert das Format „Bohemian Browser Ballett“. Die Dreharbeiten zu einem Satire-Video „Volksfest in Sachsen“, eine Parodie auf die Vorfälle in Chemnitz, hatte die AfD Berlin zu einem Hausbesuch veranlasst, Silberstein hat antisemitische Morddrohungen erhalten.

Der Berliner AfD-Vorsitzende Pazderski verteidigte das Vorgehen. Für die AfD seien antisemitische Kommentare kein Thema, ihr gehe es um die Aufdeckung unlauterer Propaganda mit Geldern des öffentlich-rechtlichen SWR.

Bei Satire können man immer darüber streiten, ob man sie gelungen finde oder nicht. „Aber wenn Drohungen und Einschüchterungsversuche gegen Künstler, Produzenten oder andere Medienschaffende erfolgen, zeigen sich gesellschaftliche Zustände, die Anlass zu Besorgnis geben“, sagte Gerold Hug, Programmdirektor Kultur des SWR, der das „Bohemian Browser Ballett“ produzieren lässt. Wie nun notwendige Maßnahmen zum Schutz der Journalisten aussehen könnten, teilte der SWR nicht mit. meh