"Schätzen, bieten, bangen" : RBB schickt seine Trödelshow ins Auktionshaus

Nun hat auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg seine eigene Trödelshow. Interessant daran sind vor allem die Geschichten und Menschen hinter den Auktionsobjekten.

Einige Objekte wie diese Blechspardose stellen sich selbst für die Auktionatoren Robert Ernst und Dalila Meenen als überraschend wertvoll heraus.
Einige Objekte wie diese Blechspardose stellen sich selbst für die Auktionatoren Robert Ernst und Dalila Meenen als überraschend...Foto: Foto: RBB/Vincent TV

Selbst Profis wundert es immer wieder, welche Schätze sich auf Dachböden oder in Kisten und Schachteln befinden. Damit lässt sich nicht nur viel Geld verdienen, sondern auch Quote machen. Nach dem Überraschungserfolg von „Bares für Rares“ im ZDF setzten auch andere Sender wie RTL mit „Die Superhändler“ auf Trödelshows. In eine ähnliche Richtung, aber mit durchaus eigenem Ansatz geht nun der RBB mit „Schätzen, bieten, bangen“. Die vierteilige Dokuserie begibt sich hinter die Kulissen eines Berliner Auktionshauses.

Der RBB hat das Doku-Format bei Sandra Maischbergers Produktionsfirma Vincent TV in Auftrag gegeben. Und dort hat man sich der Mitarbeit von zwei sehr telegenen Ein- und Verkaufsprofis versichert. Mit dem Auktionator Robert Ernst und der Kunsthistorikerin Dalila Meenen machen sich die Zuschauer auf zu Haus- und Wohnungsbesuchen in Berlin und Brandenburg und erleben, wie sich bei den Auktionen Träume erfüllen und Hoffnungen zerplatzen. Mindestens ebenso spannend wie die Auktionen selbst sind die Geschichten hinter den Objekten, wenn die Verkäufer von ihrem Leben erzählen oder Einblicke in ihre Wohnungen gewähren.

Ein Tram-Führerstand im Wohnzimmer

Eines dieser Originale ist ein Busfahrer mit Leib und Seele, der sich auch in seiner Freizeit für Omnibusse und Straßenbahnen in jeder Form interessiert. In seinem Wohnzimmer steht sogar der Führerstand einer alten Tram. In einer Auktion will er zwei seltene Busschilder aus den 30er Jahren verkaufen. Etwas sehr Seltenes hat eine 83-jährige Berlinerin in einer Kiste verwahrt. „Die olle Sparbüchse von meinem Mann“ stammt aus Kaisers Zeiten und stellt eine alte Verkehrsampel dar. „Ein echtes Sammlerstück“, wie Auktionator Ernst schnell erkennt.

Doch längst nicht jeder alte Gegenstand – ob jetzt eine Pickelhaube oder eine Bronzestatue – ist von großem Wert, wie der Kunstsachverständige Frithjof Hampel erklärt. Dass der Kunstmarkt oft unberechenbar ist, kann Auktionator Ernst, der das Metier bei Sotheby’s in London gelernt hat, nur bestätigten. So kann auf eine wochenlange Durststrecke ohne besondere Funde ganz unerwartet eine Serie von echten Schätzen folgen. Dass es inzwischen eine Flut von TV-Sendungen rund um Antiquitäten gibt, stört ihn hingegen nicht. Die Shows hätten das Thema salonfähig gemacht und manche Hemmschwelle, Dachboden und Kisten nach interessanten Verkaufsobjekten abzusuchen, abgebaut.

Die nächste Trödelshow steht kurz bevor

Die nächste Trödelshow startet übrigens am 18. März nachmittags in der ARD. Dann wird Oliver Petszokat (Oli P.) mit der Kunsthistorikerin Victoria Beyer in „Hallo Schatz“ auf Entrümplungstour gehen – in 30 Folgen geht es darum, wer die alten Schätze repariert und für den Verkauf aufbereitet. Kurt Sagatz
„Schätzen, bieten, bangen – Hinter den Kulissen eines Auktionshauses“, RBB, vier Folgen, montags um 21 Uhr

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