Schlag für Berliner Firma Meta Productions : Sat 1 produziert die "Akte" selbst

Aus nach 23 Jahren: Meta Productions muss die Produktion des Magazins "Akte" einstellen - Sat 1 will in München eigene Redaktion aufbauen

Vielleicht ist das nur der Lauf der Fernsehwelt, trotzdem ist es ein Einschnitt für den TV-Standort Berlin. Das Sat-1-Magazin „Akte“ wird nur noch bis Ende 2018 von Meta Productions hergestellt. Die Berliner Firma hat die „Akte“ seit 23 Jahren für den Privatsender produziert. Von 2019 an wird das Wochenmagazin in München-Unterföhring, dem Sitz der ProSieben Sat 1 TV Deutschland GmbH, von Sat 1 selber verantwortet. Der Fernsehkonzern will seine Informationskompetenz und die eigenen Produktionsaktivitäten ausbauen. Geschäftsführer Wolfgang Link sagte dazu: „Neben so erfolgreichen Formaten wie ,Galileo‘, ,taff‘ oder ,Abenteuer Leben‘ wollen wir in Zukunft weitere Sendungen in Eigenregie entwickeln, konzipieren und herstellen.“

Vertrag läuft aus

Die „Akte“ macht den Anfang – und bot sich dafür an. Der Vertrag zwischen Meta Productions, gegründet 1992 von Ulrich Meyer und heute im Portfolio von Endemol Shine Germany, und Sat 1 läuft aus, der Sender verzichtet darauf, die Option auf Verlängerung zu ziehen. Zwar wollte Sat-1-Chef Kaspar Pflüger nur Gutes über Produkt und Produzenten sagen – „Meta Productions hat in 23 Jahren ,Akte‘ immer wieder außergewöhnliche Themen gesetzt und ungewöhnliche Fälle aufgedeckt“ –, zugleich zeigen die Quoten nicht erst seit Kurzem nach unten. Möglicherweise ist der Sat-1-Zuschauer dieser Mischung aus schrillem Boulevard, Verbraucherempörung und sonstigen Aufregern müde geworden. Auch die vermeintliche „Großtat“ war fragwürdig: ein Interview mit dem Thügida-Gründer David Köckert zu führen und in Ausschnitten in der „Akte“ zu zeigen, während Thügida die komplette Version schon vorher bei Facebook streamen konnte.
Sat 1 wird in München eine neue Redaktion aufbauen. Bis die steht, sollen monothematische Sendungen laufen. Und auch das steht fest: Claus Strunz wird die „Akte“ weiterhin moderieren. So viel Vergangenheit muss sein.

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