Medien : Schwierige Fälle löst Martin Paris mit seinem Zauberstab

Thilo Wydra

Vor einiger Zeit, da ermittelte ein ungleiches Paar an der Seine, ging in Paris auf Verbrecherjagd. Das Paar waren Alain Delon und Sophie von Kessel. Eine irgendwie etwas eigenwillige Konstellation, mag man meinen. Der französische Superstar und an seiner Seite die deutsche Schauspielerin aus München, die seine Tochter sein könnte. „Frank Riva“ hießen die insgesamt sechs Filme, die das ZDF mit französischen Partnern koproduzierte und in den Jahren 2003/04 ausstrahlte. Das Deutsche daran, das war, genauer besehen, eigentlich nur die aparte Sophie von Kessel. Da die Sache durchaus aufging, wiederholte man die nachbarschaftliche Zusammenarbeit diesseits und jenseits des Rheins, leicht variiert, und vor allem diesmal anders besetzt. Titelheld „Martin Paris – Magier des Verbrechens“ wird von Jean-Marc Barr dargestellt, dem Star aus dem Kinofilm „Im Rausch der Tiefe“. An seiner Seite ist die Deutsche Sandra Speichert zu sehen, hier in der Rolle seiner geschiedenen Ehefrau Bettina, Mutter der kleinen gemeinsamen Tochter Camille. Regie führte Douglas Law, das Buch stammt von Robin Barataud und Jean Reynard. Die Geschichte ist rasch erzählt: Die Tochter des mächtigen, regierungsnahen Rüstungs- und Waffenhändlers Cartier wurde entführt. Keiner weiß, wo sie sich aufhält. Der französische Geheimdienst ist ratlos, bis die auf den Fall angesetzte Agentin Anastasia Renoir (Linda Hardy) auf die Idee kommt, den bekannten Magier Martin Paris in die Ermittlungen mit einzubeziehen. Ein wagemutiger Einfall, wie die Kollegen finden. Und einer, der sich dramaturgisch dem Zuschauer nicht so recht erschließen möchte. Es wäre jedenfalls neu und verwunderlich, würde das Bundeskriminalamt, sobald sich ein politisch prekärer Fall als unlösbar herausstellt, Zauberer konsultieren. Magier Martin macht sich auf, den brisanten Fall zu lösen. Gemeinsam mit der Agentin Anastasia, mit der der charmante Zauberer vor einer kleinen Ewigkeit amourös verwickelt war. Und so vermischt sich in „Martin Paris“ denn auch schnell Privates mit Politischem, mäandert die Dramaturgie hin und her, bleibt vieles Behauptung und Beliebigkeit. Vielleicht ist es ja vor allem ein Film für Fans des Frauenschwarms Jean-Marc Barr.

„Martin Paris – Magier des Verbrechens“, ZDF, 22 Uhr