Screenforce Days in Köln : Mit Eigenproduktionen gegen die Streaming-Konkurrenz

Neue Serien, Shows und andere Eigenproduktionen: Die Privatsender von RTL und ProSiebenSat1 zeigen sich auf den Screenforce Days in Köln sehr selbstbewusst.

Joko & Klaas (rechts) bleiben ProSieben erhalten, als Team sowie mit eigenen, neuen Aktivitäten.
Joko & Klaas (rechts) bleiben ProSieben erhalten, als Team sowie mit eigenen, neuen Aktivitäten.Foto: dpa

Eine neue tägliche Serie im Vorabend, zwei neue Serien in der Prime Time und ein neues Comedy-Format – bei den Kölner Screenforce Days stellte Sat-1-Geschäftsführer Kaspar Pflüger die Pläne des Senders für die kommende Saison vor. Ein Ziel: 20 Prozent mehr in Eigenproduktionen investieren. Mehr attraktive Eigenformate, mit dieser Strategie will sich aber nicht nur Sat1 gegen die zunehmende Konkurrenz von Streamingdiensten wie Amazon Prime und Netflix behaupten.

Ins Vorabendprogramm von Sat 1 kommt die Daily „Alles oder Nichts“, von Pflüger als „Culture Clash vom Feinsten“ beworben. Ein schwerreicher Baulöwe hinterlässt nicht nur eine Menge Geld, sondern auch die Nachricht, dass es mehrere uneheliche Nachkommen aus ärmlichen Verhältnissen gibt. Mit der Testamentseröffnung werden so für viele Beteiligte die Weichen neu gestellt. Sat 1 will damit an Erfolge wie „Anna und die Liebe“ und „Verliebt in Berlin“ anknüpfen.

Bei den neuen Serien im Hauptabendprogramm handelt es sich zum einen um „Die Läusemutter“ über den Alltag an einer Grundschule. Zum anderen kommt „Der Bulle und das Biest“ ins Programm – in der Tradition von „Kommissar Rex“. In „Jung, blond, tot“ schickt der Sender Sandra Borgmann als Ermittlerin Julia Durant in eine neue Krimireihe. Zudem verfilmt der Sender mit „Zersetzt“ einen True-Crime-Bestseller von Michael Tsokos – mit Tim Bergmann als Dr. Fred Abel. Zudem gibt es eine weitere Verfilmung eines Sebastian-Fitzek-Romans.

Von RTL zu Sat 1 wechselt Komiker Bülent Ceylan, der die neue Spielshow „Game of Games“ präsentiert. Neue Formate gibt es auch für Martina Hill und Hugo Egon Balder.

Beim Schwestersender ProSieben stehen mit „Time Battle – Kämpf um deine Zeit“ und „Alle gegen Einen“ mit Elton zwei neue Samstagabendshows auf dem Programm. Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf bleiben wichtige Zugpferde des Senders, mit ihnen geplant sind „Weihnachten mit Joko & Klaas“, „Die beste Show der Welt“ und „Das Duell um die Welt“.

40 neue Formate bei RTL

Bereits am Mittwoch hatte Konkurrenzsender RTL seine Pläne präsentiert. Der Sender geht mit rund 40 neuen Formaten in die neue Saison und setzt dabei auf eigenproduzierte Fiction, neue Primetime-Shows, exklusive Live-Sportrechte sowie weitere tägliche Serie. Der Anteil eigener Inhalte in der Primetime, bereits jetzt rund 80 Prozent, soll weiterwachsen, erklärte Senderchefin Anke Schäferkordt bei den Screenforce Days in Köln.

In der Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“ zum Beispiel erfahren Barbara Schöneberger, Günther Jauch und Thomas Gottschalk erst in der Sendung, wer die aktuelle Ausgabe moderiert. Zudem verstärkt RTL sein Sportengagement. Ab März 2019 überträgt RTL insgesamt acht bis zehn Qualifikationsspiele der deutschen Nationalelf zur EM 2020 – abhängig vom Abschneiden der Nationalmannschaft in der Nations League. Auch die Exklusivrechte an einzelnen Freundschaftsspielen der DFB-Elf gehören zum neuen Vertrag. RTL und Nitro übertragen zudem 15 Spiele der Europa League.

Beim RTL-Sender Vox wird es mit „Milk & Honey“ nach dem Erfolg von „Club der roten Bänder“ eine zweite fiktionale Eigenproduktion geben. Im Fokus stehen diesmal Freunde, die einen Escortservice gründen – mit turbulenten Folgen, wie es hieß.

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