Serienstarts im Februar : In Zukunft nichts Neues

Wenn selbst hinter Science-Fiction ein Krimi steckt: Netflix schickt die Abonnenten mit "Altered Carbon" ins 24. Jahrhundert. Um Mode mit und ohne Mord geht es bei Sky und Amazon.

Moloch und Mord: Im Februar startet auf Netflix die Science-Fiction-Serie „Altered Carbon“ (großes Bild), die optisch stark an „Blade Runner“ erinnert.
Moloch und Mord: Im Februar startet auf Netflix die Science-Fiction-Serie „Altered Carbon“ (großes Bild), die optisch stark an...Foto: Promo

Im 24. Jahrhundert ist das Rauchen von Zigaretten offenbar wieder ein Zeichen größter Coolness und nur Menschen vorbehalten, die sich allen gängigen Regeln widersetzen. Das gilt zumindest für die Cyberpunk-Welt der Science-Fiction-Serie „Altered Carbon“. Die zehnteilige Netflix-Produktion, die am Freitag startet, gehört zu den aufwendigsten Serien-Premieren des Monats Februar.

Anders als im klassischen Fernsehen haben Science-Fiction-Stoffe wie diese Umsetzung eines Romans von Richard Morgan im Kino und vor allem in den Streamingdiensten gerade Hochkonjunktur. In „Altered Carbon“ verheißt der Blick in die Zukunft dabei wenig Gutes, trotz des Untertitels „Das Unsterblichkeitsprogramm“. Das Bewusstsein der Menschen wird auf einem Chip gespeichert, der nach dem Tod in einen anderen Körper eingesetzt werden kann. Doch abgesehen vom Versprechen ewigen Lebens – für die, die sich teure Klone auf Vorrat halten können – bietet diese Vision wenig Neues. Bedauerlich ist zudem, dass sich die Geschichte im Kern auf einen Krimi reduzieren lässt, der damit beginnt, dass ein wiederbelebter Elitekämpfer (Joel Kinnaman) damit beauftragt wird, einen Mord aufzuklären. Auftraggeber ist das Opfer selbst. Die Szenerie ist bildgewaltig, erinnert stark an „Blade Runner“ oder Visionen aus William Gibsons „Neuromancer“. Einige Ideen sind wirklich originell, mitunter hätte es durchaus weniger ausgeprägte Gewaltdarstellungen gebraucht.

Miami und die Gay-Community

Der Pay-TV-Sender Sky will seine Abonnenten mit einer True-Crime-Story fesseln. „Der Mord an Gianni Versace“ wurde als zehnteilige Serie für die Reihe „American Crime Story“ aufgearbeitet. In dieser Anthologieserie werden jene Verbrechen behandelt, die wie der Fall O. J. Simpson in der ersten Staffel die Menschen insbesondere in den Vereinigten Staaten besonders beschäftigt haben.

Die Fakten zum Mord an Versace sind weitgehend bekannt. Er wurde im Juli 1997 in Miami von einem Serienmörder erschossen, der sich eine Woche später selbst tötete. Die Journalistin Maureen Orth hat die Geschehnisse in einem Buch beschrieben, das Basis für das Drehbuch wurde.

Die Sky-Serie, die in dieser Woche begann und immer montags mit einer neuen Folge fortgesetzt wird, will ein neues Licht auf das Verbrechen und die Jagd auf den Serienkiller und dessen verworrene Psyche werfen. Vor allem aber beleuchtet sie den damaligen Zeitgeist und den gesellschaftlichen Blick auf Homosexuelle. In der Rolle des legendären Modeschöpfers ist Edgar Ramirez („Carlos – Der Schakal“) zu sehen, als Serienkiller Cunnan wurde Darren Criss („Glee“) verpflichtet.

Auf den Spuren von "Der Teufel trägt Prada"

Noch mal Mode, diesmal aber ohne Mord, damit steht das Comedy-Drama „The Bold Type – Der Weg nach oben“ von Amazon Prime in der Tradition von „Der Teufel trägt Prada“ mit Meryl Streep. Die zehnteilige Serie basiert auf der Geschichte von Joanna Coles, der Ex-Chefredakteurin des Modemagazins „Cosmopolitan“, die inzwischen bei Hearst für die Inhalte der Magazine verantwortlich ist und zugleich als Executive Producer der Serie fungierte.

Aus der „Cosmopolitan“ wurde das „Scarlet“-Magazin, die mächtige Chefredakteurin heißt nun Jacqueline („Transparent“-Darstellerin Melora Hardin). Mit ihr suchen die ambitionierte Autorin Jane (Katie Stevens) und die Social-Media-Direktorin Kat (Aisha Dee) nach Liebe, der eigenen Identität, kurz: nach dem Sinn des Lebens. Serienstart ist der 9. Februar. Auch im quirligen New York nichts Neues.

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