"Spex" nun online : The Specials und die Brexit-Farce

Die Pop-Zeitschrift „Spex“ wagt einen Neustart – online. Bis das gesamte Archiv online steht, dauert es allerdings noch ein paar Wochen.

Die neue Spex online
Die neue Spex onlineScreenshot: Tsp

Die „Spex“ ist tot, es lebe die „Spex“. Mitte Dezember erschien nach 38 Jahren die letzte Ausgabe des Pop-Magazins, am Freitag nun gibt es einen Neustart – online. Viel Arbeit für Chefredakteur Dennis Pohl, der das Projekt in den vergangenen Wochen in der Redaktion in Berlin-Kreuzberg fast im Alleingang voran getrieben hat. „Am interessantesten war die Frage, wie man so ein traditionsreiches Printmagazin in ein neues Umfeld einfügt, ohne seine Seele in Gefahr zu bringen“, sagt Pohl. „Deshalb war schnell klar, dass wir an der grundsätzlichen Ausrichtung des Hefts nichts ändern wollen, es wird weiter von der Pop-Kultur ausgehend über größere Themen nachgedacht.“ Ändern werde sich die Art, wie Inhalte präsentiert werden sollen.

Überrascht hat Pohl, wie positiv das Feedback seitens der Autorenschaft war. „Abgesprungen ist niemand, wofür ich extrem dankbar bin.“ Vielmehr mache sich eine gewisse Aufbruchsstimmung breit, eine Lust, gemeinsam neue Dinge auszuprobieren. „Ich glaube, das liegt auch daran, dass wir nicht den bekannten Unkenrufen folgen, nach denen Journalismus im Internet nur mit Massendenken, gefälligem Inhalt und mit hoher Geschwindigkeit in die Welt geschleuderten Neuigkeiten funktioniert.“

Natürlich erscheint am Freitag online nicht gleich etwas, was mit einer gedruckten Ausgabe vergleichbar wäre. Es gibt ein Interview mit Terry Hall, Sänger der Band The Specials, über Parallelen zwischen den bleiernen Jahren unter Thatcher und der Farce um den Brexit. Zudem ein Text zur Netflix-Serie „Trigger Warning With Killer Mike“. Andere Themen sollen im täglichen Rhythmus folgen. Ein Mehrwert: das komplette Archiv aller „Spex“-Ausgaben, das in den nächsten Wochen fertig werden soll. Finanziert werden muss das Journalismusprojekt des Piranha-Media-Verlages auch, für Leser mit 24 Euro/Jahr. Die Zahl der Neu-Abonnenten sei, so Pohl, um das Dreifache seiner Erwartungen übertroffen worden.

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