"Tatort" aus der Schweiz : Last exit Zürich

Die Schweizer TV-Ermittler Delia Mayer und Stefan Gubser kriegen in Luzern kaum noch einen Fuß auf den Boden. Der "Tatort" wechselt den Standort.

Reto Flückiger (Stefan Gubser, Mitte) im Einsatz.
Reto Flückiger (Stefan Gubser, Mitte) im Einsatz.Foto: ARD Degeto/SRF/Daniel Winkler

Am Anfang, im Boxring, stehen sich zwei junge Frauen gegenüber. Dann klappt die Gegnerin der Boxerin Martina Oberholzer (Tabea Buser) zusammen. Herzinfarkt. Martina weiß, ihre Gegnerin hat gedopt. Wie sie selbst auch. Alle dopen sie. Es ist ein Teufelskreis. Der Tod der Kollegin bewegt etwas in Martina. Sie will aufhören, an die Presse damit, auspacken. Ihr Manager Sven Brügger (Urs Humbel) findet das keine gute Idee. Er sperrt Martina im Luftschutzkeller ein.

Dann wird Sven Brügger erschossen. Er ist der einzige, der weiß, wo Martina eingesperrt ist. Die Uhr tickt, gegen die junge Boxerin. „Ausgezählt“ heißt der neue „Tatort“ aus Luzern (Drehbuch: Urs Bühler, Regie: Katalin Gödrös), und bemüht damit das Bild des Auszählens durch den Schiedsrichter im Boxring. Hier ist es die Lebenszeit Martinas, die abzulaufen droht, wenn sie nicht rechtzeitig im Luftschutzkeller gefunden wird.

Die Luzerner Kommissare Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) haben die Ermittlungen aufgenommen, bald scheint der Mörder gefasst: Martinas Onkel, Heinz Oberholzer (Peter Jecklin). Oberholzer, einst ein Kollege von Liz Ritschard, ist geständig. Er habe aus Brügger den Ort herausbekommen wollen, wo der seine Nichte gefangen hält. Dann habe er den Manager erschossen. Soweit scheint der Fall klar, doch wo ist Martina?

Mit dem Schweizer „Tatort“ ist das so eine Sache: seit 1990 wurde zunächst in Bern ermittelt, zwischen 2001 und 2011 stellte der SRF die Reihe ein, da mit den Verbrechen keine Quoten zu erzielen waren. 2011 löste Stefan Gubser in der Rolle des Luzerner Kommissars Reto Flückiger seinen ersten Fall mit der US-Aktrice Sofia Milos, ab dem zweiten Fall übernahm Delia Mayer den Part der unorthodox-burschikosen Kommissarin Liz Ritschard.

„Ausgezählt“, der durch keine narrativen oder inszenatorischen Ideen einnehmen kann, ist nun ihr vorletzter gemeinsamer Fall. Einer noch wird dieses Jahr folgen, der 17. und letzte, abgedreht ist er schon, dann ist in der Schweiz erneut und abermals Schluss. Vorläufig, zumindest. Anna Pieri Zuercher, Jahrgang 1979, und Carol Schuler, Jahrgang 1987, übernehmen, die Ausstrahlung des ersten Zürich-„Tatorts“ mit den Ermittlerinnen Isabelle Grandjean und Tessa Ott ist für Herbst 2020 geplant.

„Tatort – Ausgezählt“, Sonntag, ARD, 20 Uhr 15