Übertragung des CL-Finales : Jürgen Klopp reicht für Free-TV nicht aus

Die Champions League bleibt auch beim Finale ein Pay-TV-Event, da gibt Dazn nicht nach. Auch ein deutscher Trainer kann daran nichts ändern.

Michael Rossmann
Jürgen Klopp (M), Trainer des FC Liverpool, gibt sich vor dem Champions-League-Finale am Samstag gegen Tottenham Hotspur zuversichtlich. Wer das Spiel in Detuschland sehen will, bleibt gleichwohl ein Abo bei den Pay-TV-Anbietern Sky oder Dazn.
Jürgen Klopp (M), Trainer des FC Liverpool, gibt sich vor dem Champions-League-Finale am Samstag gegen Tottenham Hotspur...Foto: Dave Thompson/PA Wire/dpa

Am Geld lag es nicht, wenn das Champions-League-Finale am Samstag (21 Uhr, Dazn und Sky) zwischen Tottenham Hotspur und dem FC Liverpool nicht im Free-TV läuft. „Es ist nicht an der Summe X gescheitert“, versicherte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann. Auch Jürgen Klopp als deutscher Trainer von Liverpool ändert nichts daran. „Wir haben früh mit Sky gesprochen und signalisiert, dass wir das gerne zeigen wollen“, sagte Fuhrmann.

Doch Dazn, der zweite Pay-TV-Anbieter der Champions League, blockierte diese Lösung. Das Endspiel in Madrid hätte aufgrund des Rundfunkstaatsvertrages nur dann im frei zu empfangenden Fernsehen laufen müssen, wenn ein deutscher Verein dabei gewesen wäre. Trainer Klopp erfüllt das Kriterium einer deutschen Beteiligung nicht. In Deutschland wird die Champions League seit dieser Saison ausschließlich im Bezahlfernsehen gezeigt.

Bewusst gegen Sublizensierung entschieden

Für Dazn ist es eine Sache des wirtschaftlichen Prinzips. „Ja, wir haben uns bewusst gegen eine Sublizenzierung der Rechte entschieden“, sagte Deutschlandchef Thomas de Buhr. Der Anbieter sei stolz, das Finale zeigen zu können: „Dabei bleiben wir nach wie vor bei unserem Angebot, dass Neukunden das Spiel im Rahmen einer einmonatigen Testphase gratis sehen können.“

Aus Sicht von Dazn, aber auch von Sky, ist die Haltung nachvollziehbar. Die jährlichen Zahlungen an die Uefa werden auf 200 Millionen Euro geschätzt. Dem ZDF, das zuvor die Champions League gezeigt hatte, waren diese Kosten zu hoch.

Für Sky und Dazn aber scheint sich der Einkauf der Medienrechte gelohnt zu haben. „Nach der Gruppenphase hatten wir bereits eine positive Zwischenbilanz gezogen und haben uns sehr über Reichweitenzuwächse gefreut“, sagte der Sky-Sport- und Vermarktungschef Jacques Raynaud. Auch Dazn ist zufrieden. „Wir blicken auf eine sehr erfolgreiche Saison zurück“, sagte Deutschlandchef de Buhr. (mit dpa)

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!