Umfrage : Sportberichterstattung muss im Free-TV laufen oder sehr günstig sein

Die Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers veröffentlicht eine Umfrage zu den Erwartungen der Deutschen an die Sportberichterstattung.

Free-TV wirkt. Die meisten Deutschen gucken Sport im Fernsehen. Jessy Wellmer moderiert die „Sportschau“ am Samstag.
Free-TV wirkt. Die meisten Deutschen gucken Sport im Fernsehen. Jessy Wellmer moderiert die „Sportschau“ am Samstag.Foto: Sachs/WDR

Die meisten Menschen gucken Sport immer noch im Free-TV. Viele wären zwar bereit zu zahlen, aber nicht so viel, wie die Pay-TV-Sender verlangen.

Was die Deutschen von der Sportberichterstattung erwarten und in welche Richtung sie sich entwickeln könnte, hat die Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC) erhoben.

Die Umfrage ergab, dass der meistgenutzte Kanal für Sport das Free-TV ist, gefolgt von Radio und Zeitung. Erst dann kommen soziale Medien, das Internet und Streamingdienste. Das könnte sich in den kommenden Jahren verschieben, denn die unter 40-Jährigen nutzen häufiger Online-Medien. Bei den Jüngeren spielt die Flexibilität beim Sport-TV eine große Rolle. Sie wollen ortsunabhängig gucken. Dass die Übertragung live ist, ist allen Altersgruppen wichtig.

Die Erhebung von PwC könnte Bezahlsender wie Eurosport und Sky freuen, in dem Marktsegment scheint noch viel zu holen zu sein. 41 Prozent der Deutschen sind bereit, für Sportberichterstattung zu zahlen. Im Schnitt aber nur etwa 15 Euro im Monat, 19 Prozent würden mehr als 20 Euro hinlegen.

Zum Vergleich: Ein Sky-Fußballabo kostet durchschnittlich 30 Euro pro Monat. Nur 29 Prozent der Deutschen nutzen Pay-TV, um Sport zu schauen. Bei den verschiedenen Medien steht es damit an letzter Stelle, noch hinter Apps. Auch von den 38,6 Millionen deutschen Fernsehhaushalten wären 41 Prozent bereit, Geld auszugeben – das sind knapp 16 Millionen mögliche Pay-TV-Kunden. Tatsächlich haben aber nur acht Millionen ein Abo.

Die dritte Bundesliga und US-Sportarten stoßen auf Interesse

Dass sich die Übertragungsrechte für die Bundesliga weiter auf Bezahlsender verlagern könnten, finden 55 Prozent der Deutschen schlecht. Sie befürchten, für Spiele bezahlen zu müssen, die sie gar nicht interessieren, und zwischen vielen Sendern und Anbietern hin und her wechseln zu müssen.

Sollten die Rechte für die Erste und Zweite Bundesliga für die Öffentlich-Rechtlichen zu teuer werden, spricht sich mehr als die Hälfte dafür aus, die Bundesligen komplett aus dem Programm zu streichen. Eine Alternative könnte die Übertragung der Dritten Liga sein, heißt es in der Umfrage. Vor allem unter 40-Jährige seien daran interessiert.

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Und auch US-Sportarten könnten viele Zuschauer finden. 41 Prozent interessieren sich für Football und Basketball. (Tsp)

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