Was habe ich verpasst? : Das plant Sky für die nächsten Monate

Neue Funktionen, zusätzliche Genres, mehr Schärfe: was Pay-TV-Sender Sky fürs zweite Halbjahr plant.

Sky-Original-Horror mit Charly Hübner. Die Serie „Hausen“ ist noch düsterer als „Der Pass“. Sie startet am 29. Oktober zu Halloween.
Sky-Original-Horror mit Charly Hübner. Die Serie „Hausen“ ist noch düsterer als „Der Pass“. Sie startet am 29. Oktober zu...Foto: Sky/Lago Film/Reiner Bajo

Meist merkt man erst im Nachhinein, was man alles verpasst hat. Das gilt selbst für die Fernsehnutzung oder den Umgang mit Streamingdiensten. Der Pay-TV-Anbieter Sky hat in der Vergangenheit die eine oder andere Gelegenheit verpasst, seinen Kunden die bestmögliche „User Experience“ zu bieten, andere waren da oftmals weiter.

Doch man kann aus solchen Fehlern lernen – und genau daran arbeitet Sky insbesondere mit seiner Plattform Sky Q, die das klassische Fernsehen mit Streamingfunktionen und anderen Nutzungsmöglichkeiten – zum Beispiel „Tetris“-Spielen – kombiniert.

„Wir haben auf die Wünsche unserer Kunden gehört und haben eine neue Ära des Pay-TV gestartet“, sagte Sky-Deutschland-Chef Devesh Raj am Freitag bei der Vorstellung neuer Funktionen für Sky Q und Inhalte für den Pay-TV-Sender und seine Online-Apps Sky Ticket und Sky Go.
Die wohl wichtigste Herausforderung besteht darin, die Kunden nicht nur leichter zu den Inhalten zu führen, die sie suchen, sondern auch zu denen, von denen sie zuvor noch nichts wussten, ergänzte der aus London zugeschaltete Produktmanager Fraser Stirling. Sein Versprechen: Neuerungen alle zwei Monate.

Das letzte große Update hatte Sky im Juli veröffentlicht – mit einer neuen Preisstruktur und mehr Flexibilität auch für den Fall, dass Kunden ihr Abo kündigen wollen. Die wohl wichtigste technische Neuerung war die Einführung der Sprachsteuerung für die Sky-Q-Box in Verbindung mit einem deutlich verbesserten individuellen Empfehlungssystem.

Ein Algorithmus findet die Highlights

Am meisten wird die Funktion derzeit für den Kanalwechsel genutzt. Per Sprachbefehl lassen sich aber genauso Vorschläge für spezielle Genres oder für Inhalte mit favorisierten Darstellern anzeigen. Oder man fragt seine Fernbedienung bei einem Bundesligaspiel: „Was habe ich verpasst?“

Während das Spiel noch läuft, werden durch einen Algorithmus automatisiert die entscheidenden Szenen erkannt und auf Wunsch zum Replay aufgelistet.
Personalisierte Vorschläge soll es absehbar auch für die Online-Apps Sky Ticket und Go geben. Die Sprachsteuerung ebenfalls in den Apps anzubieten sei wegen der Vielfalt der Smartphones, Tablets und Smart-TVs jedoch zu komplex.

Fußballfans verspricht Sky aber auch in technischer Hinsicht eine tolle neue Saison. Die Zahl der in 4K/UHD übertragenen Spiele wird auf 68 verdoppelt, zudem werden diese Begegnungen auch in HDR-Technik gezeigt. Dadurch werden Farben brillanter, auch die Schärfe wird durch HDR verbessert.

Programmchefin Elke Walthelm kündigte einige inhaltliche Neuerungen an. Die Zahl der lokalen Originals soll in den nächsten drei Jahren verdoppelt werden. Im September wird die Sky-Originalserie „Der Pass“ mit Nicholas Ofzcarek und Julia Jentsch fortgesetzt.

"Hausen": Noch gruseliger als "Der Pass"

Noch gruseliger als in diesem Alpen-Thriller geht es bei „Hausen“ zu, einer neuen deutschen Horrorserie, in der Charly Hübner den Hausmeister eines heruntergekommenen Plattenbaus spielt. Wie einst bei „Shining“ mit Jack Nicholson hat das Haus eigene, sehr sinistre Pläne mit seinen Bewohnern. Die Serie startet zu Halloween.

Die Verträge mit MGM, Sony, Constantin Film und Tobis wurden verlängert, um Filme nach der Kinoauswertung weiterhin rasch anbieten zu können. Zum Premium-Partner Netflix wird sich im kommenden Jahr Disney+ gesellen. Jeden Tag einen neuen Film, ist die Devise.

Darüber hinaus soll es vier neue Entertainment-Channels für die Bereiche Nature, Documentary, Factual Crime und Comedy geben. Wie gesagt: Was man bislang verpasst hat, weiß man meist erst im Nachhinein.

Auf eines kann man dabei besonders verzichten: auf Streamingprobleme am Sonntag beim Champions-League-Finale des FC Bayern München und Paris Saint-Germain.

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