WM 2018: Von Tor zu Tor : Wo spielt Jonas Knudsen?

„Viele Ballkontakte bei ihm, aber auch viele mit der Hand.“ Ein Spieler stand beim WM-Achtelfinalspiel Kroatien gegen Dänemark besonders im Fokus.

Im Spiel: Dänemarks Jonas Knudsen.
Im Spiel: Dänemarks Jonas Knudsen.Foto: AFP

Ein dickes Danke geht jetzt an diesen Typen bei der Graphik. Ein Witzbold natürlich, das hat ZDF-Reporter Martin Schneider beim Achtelfinal-Spiel Kroatien gegen Dänemark am Sonntagabend schon richtig gesehen. Aber der Typ, der die Graphik bei der Aufstellung des dänisches Teams manipuliert, der Jonas Knudsen auf die falsche Position geschoben hat, der schloss eine emotionale Lücke.

Die populären markanten Persönlichkeiten spielen ja nicht mehr bei der WM. Messi weg. Cristiano Ronaldo weg, Matthias Ginter weg. Zum Glück aber gibt es diese unerklärlichen Phänomene, und eines sorgte dafür, dass nun Jonas Knudsen in den Mittelpunkt rückte. Und nur weil der Däne vor dem Spiel gegen Kroatien auf der falschen Position aufblinkte.

"Da hat sich jemand einen Scherz erlaubt“, erkannte Schneider sofort. Knudsen, der Linksfuß, ist natürlich Linksverteidiger, „wir werden das genau beobachten“, sagte Schneider. Wo Knudsen wirklich spielt, meinte er. Und mit diesem Satz leitete er eine wunderbare Entwicklung ein, gesteuert wie von einer unsichtbaren Kraft.

Denn nun beobachtete man Knudsen. Ah, dieser Einwurf in der ersten Minute, weit wie ein Flanke. Zack, bumm, Sekunden später 1:0 für Dänemark. Knudsen, immer nur Knudsen. 14 Mal katapultierte er bei Einwürfen den Ball übers Feld. Und hatte Schneiders Stimme nicht fast etwas Sinnliches, als er – Knudsen war voll im Bild – sagte: „Viele Ballkontakte bei ihm, aber auch viele mit der Hand.“?

Nein, nichts Sinnliches? Na, egal. Aber Wärme hatte Schneider auf jeden Fall in der Stimme, als er die Geschichte mit dem Baby erzählte. Knudsen wurde kurz nach WM-Beginn Papa, sein Team sammelte, damit er kurz mit dem Privatjet nach Hause fliegen konnte. Jetzt fliegt er wieder, dummerweise aber Linie. Die Dänen sind ausgeschieden. Okay, geht die Suche nach einer neuen Lichtgestalt also wieder los. Kann jemand mal dem Graphik-Typen sagen, dass der Franzose Benjamin Mendy auch Linksverteidiger ist.

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