YouTube : Landesmedienanstalt lässt vier Kanäle sperren

In einem der Videos lief ein Lied, das von der Bundesprüfstelle indiziert worden war. Bereits 2016 hatte YouTube das Video entfernt.

Die YouTube-Kanäle enthielten Musikvideos aus Alben, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert worden waren.
Die YouTube-Kanäle enthielten Musikvideos aus Alben, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert worden...Foto: dpa-tmn

Youtube hat vier Kanäle mit rechtsradikalen Musikvideos auf Betreiben der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MAHSH) in Deutschland gesperrt. Die Videos verstießen gegen den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag und waren zudem strafrechtlich relevant, teilte die Medienanstalt am Montag mit.

Die Kanäle aus Hamburg und Schleswig-Holsten enthielten Musikvideos aus Alben, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert worden waren. Zudem zeigten einige Videos Zeichen verfassungswidriger Organisationen sowie volksverhetzende Aussagen.

Eine Aufgabe der Landesmedienanstalten ist die Programmbeobachtung von Fernseh-, Radio- und Internetkanälen, deren Betreiber in ihren jeweiligen Bundesländern ansässig sind. Diese Prüfung erfolgt aufgrund von Nutzerbeschwerden und aus eigener Initiative sowie mit computergestützten Verfahren. „Die Beobachtung der Vielzahl von YouTube-Kanälen kann nur stichprobenartig erfolgen, umso wichtiger ist, dass die Nutzer aktiv werden“, erklärte eine Sprecherin der MAHSH.

YouTube hatte die Inhalte bereits gesperrt

Die Medienanstalt prüfte die nun gesperrten Kanäle nach einer Beschwerde zu einem Video, das mit dem Lied „In Belsen“ der Gruppe „Kommando Freisler“ unterlegt war. Dieses Musikstück wurde von der Bundesprüfstelle als jugendgefährdend und strafrechtlich relevant bewertet. Bereits 2016 hatte die Medienanstalt Videos mit diesem Lied gemeldet. YouTube hatte diese gesperrt, sie wurden aber erneut hochgeladen.

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Lothar Hay, Vorsitzender des Medienrats, sagte: „Die Betreiber von Internet-Plattformen müssen technische Lösungen entwickeln, die verhindern, dass bereits gelöschte oder gesperrte Inhalte wieder auftauchen.“ Laut ihrem Rechenschaftsbericht prüfte die MAHSH 2016 über 130 Seiten auf YouTube.