ZDFneo-Serie „Hidden Agenda“ : Kein Ende von Scandi-Noir

Nach Noomi Rapace und Sofia Helin wird nun Josefin Asplund in der schwedisch-deutschen Serie „Hidden Agenda“ zur Kämpferin gegen das System.

Ein ungleiches Gespann: Die Wirtschaftsanwältin Emily Jansson (Josefin Asplund) und der Ex-Knacki Najdan „Teddy“ Maksumic (Alexej Manvelov) in "Hidden Agenda".
Ein ungleiches Gespann: Die Wirtschaftsanwältin Emily Jansson (Josefin Asplund) und der Ex-Knacki Najdan „Teddy“ Maksumic (Alexej...Foto: ZDF/Holmquist

Die taffe Stockholmer Wirtschaftsanwältin Emily Jansson (Josefin Asplund), die um Anerkennung in ihrer Kanzlei kämpft und erst langsam die schmutzigen Tricks ihrer Vorbilder durchschaut, erinnert an die junge Investmentbankerin Jana Liekam (Paula Beer) aus „Bad Banks“, die ebenfalls lernen musste, wie man ein gewissenloses System zu seinen eigenen Gunsten nutzen kann.

Das ist nicht die einzige Ähnlichkeit, die die auf dem Roman des schwedischen Bestsellerautors Jens Lapidus basierende Serie „Hidden Agenda“ mit anderen erfolgreichen Vorgängern verbindet.

[„Hidden Agenda“, acht Teile, bis Ende August in der ZDF-Mediathek]

Wie in Stieg Larssons „Millennium-Trilogie“ mit Noomi Rapace als Lisbeth Salander erhalten die Hauptfiguren der schwedisch-deutschen Serie, die ZDFneo koproduziert hat, den Auftrag, den vermissten Spross eines mächtigen Industriekonzerns aufzuspüren. Philip Schale (Björn Elgerd) wurde gerade erst an die Spitze des Schale-Konzern berufen, als er entführt wurde. Um ihn zu finden, muss sich Emily Jansson mit dem Ex-Knacki Najdan „Teddy“ Maksumic (Alexej Manvelov) verbünden. Dieser versucht gerade, sich ein ehrliches Lebens abseits seines Unterwelts-Clans aufzubauen.

Auch ohne Asperger krankhaft ehrgeizig

Seine Scandi-Noir-Abstammung kann „Hidden Agenda“ auch deshalb nicht verleugnen, weil die häufigen Nachtszenen mit weitgehend leeren Straßen im fahlen Kunstlicht wiederum an eine der erfolgreichsten skandinavischen Krimiserien erinnern: „Die Brücke“. Emily Jansson hat anders als Saga Norén (Sofia Helin) zwar kein Asperger-Syndrom. Ihr übergroßer Ehrgeiz nimmt ebenfalls durchaus krankhafte Züge an.

Sehenswert ist „Hidden Agenda“ allerdings besonders wegen einer weiteren Ähnlichkeite mit all diesen tollen Vorgängern: die wahren Abgründe der Geschichte offenbaren sich erst Stück für Stück.

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