Zu meinem ÄRGER : Die Menschen sind viel zu oft gegeneinander

Die sozialen Medien und die Kultur der Ablehnung: Die Medienwoche im Blick von Schauspielerin Laura Berlin.

Schauspielerin Laura Berlin
Schauspielerin Laura BerlinFoto: Stefan Klüter

Schauspielerin Laura Berlin, ist ab Donnerstag, 26. September (ZDF, 19 Uhr 25) in der Serie „Notruf Hafenkante" zu sehen .

Frau Berlin, worüber haben Sie sich denn in den Medien in dieser Woche besonders geärgert?
Allgemein stelle ich Folgendes fest: Wir leben in einer Zeit, in der wir täglich einem Informationstsunami ausgesetzt sind, der es uns fast unmöglich macht, den Kopf über Wasser zu halten. Dadurch verändert sich die Art und Weise, wie wir mit komplexen Fragestellungen umgehen. Dies wird besonders in den sozialen Medien deutlich. Die ursprünglichen Zwecke, Informationsvermittlung, soziale Vernetzung und die Möglichkeit, neue Perspektiven zu schaffen, gehen oft verloren. Stattdessen fördern sie Polarisierung, Radikalisierung, Halbwahrheiten und eine Verengung des Horizontes statt einer Erweiterung. Die Menschen sind nicht mehr miteinander, sondern viel zu oft gegeneinander. Man setzt sich kaum noch unvoreingenommen und analytisch mit einem Thema auseinander. Dies fördert eine Kultur der Ablehnung und nicht, wie erhofft, des Zusammenwachsens. Viele ziehen sich zurück. Leider überträgt sich diese Verhaltensschablone auch auf unser alltägliches Miteinander in der realen Welt.

Gab es auch etwas in den Medien, worüber Sie sich gefreut haben?
Die Aktion #deinkindauchnicht der Instagram-Bloggerin Toyah Diebel alias Toyahgurl macht auf ein wichtiges Thema in Bezug auf soziale Medien aufmerksam. Welche Verantwortung habe ich im Internet? Was ist eigentlich ein „gesunder“ Umgang mit den Möglichkeiten der medialen Freizügigkeit? Welchen Einfluss und welche Konsequenzen hat mein Verhalten auf der „Spielwiese Internet“ für mich und die nächste Generation, deren Erzieher und Vorbild ich bin.

Was empfehlen Sie aus dem Netz?
Ich sehe mir beim Frühstück am liebsten etwas aus der Arte-Mediathek an, zum Beispiel die Sendung „Tracks“. Dort eröffnen sich mir immer wieder neue kleine Welten. Ich starte inspiriert in den Tag.

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