Zum Tod von Wolfgang Back : „Computerclub“-Moderator mit 76 Jahren gestorben

Erst im WDR, später im Internet: Zusammen mit Wolfgang Rudolph stand Wolfgang Back über drei Jahrzehnte für den „Computerclub“. Jetzt ist Back mit 76 Jahren gestorben.

Wolfgang Back, langjähriger Moderator der Kultsendung "Computerclub" starb Anfang Dezember 2019 im Alter von 76 Jahren.
Wolfgang Back, langjähriger Moderator der Kultsendung "Computerclub" starb Anfang Dezember 2019 im Alter von 76 Jahren.Foto: Youtube

Wolfgang Back konnte sich wie ein kleiner Junge über jedes Paket mit einem neuen technischen Gerät freuen, das er in seinem Arbeitszimmer öffnen konnte. „Back packt aus“ hieß die Rubik im „Computer Club zwei“, dem Internet-Nachfolger der legendären WDR-Sendung „Computerclub“, die Wolfgang Back zusammen mit seinem Moderationspartner Wolfgang Rudolph von 1983 bis 2003 moderiert hatte. Die in WDR und anderen Dritten Programmen verbreitete Sendung kam auf bis zu einer Million Zuschauer pro Sendung.

Unter Computer-Nerds hatte die Sendung Kultstatus. Die langen Computernächte im Heinz Nixdorf Museum in Paderborn waren ein fester Termin im Kalender der Technikfans. Anfang Dezember ist Wolfgang Back im Alter von 76 Jahren gestorben, wie der WDR dem Technikportal Heise.de am Donnerstag bestätigte.

Von Politik und Wirtschaft wird gerne geklagt, dass sich junge Menschen zu wenig für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, also die so genannten MINT-Berufe interessierten. An den Machern des WDR-„Computerclubs“ hat dies sicherlich nicht gelegen. Ihre Sendung war stets mehr als eine Werbeveranstaltung für die jeweils neusten technischen Produkte, gerade weil Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph diese gerne auf Herz und Nieren prüften.

Verstehen, nicht verkaufen

Die Sendung war von dem Wunsch getrieben, ein Verständnis für die Wirkungsweise der digitalen Technologie herzustellen – am besten dadurch, dass die beiden Technikenthusiasten sie zunächst einmal selbst durchschauten und ihre Zuschauer daran teilhaben ließen. Back und Rudolph als reine Moderatoren einer Sendung zu bezeichnen, hätte es nie getroffen. Sie waren bereits Nerds, als es diesen Begriff noch gar nicht gab und begeisterten mit ihrer Leidenschaft für mitunter sehr spezielle Projekte die wachsende Fan-Gemeinde der Sendung.

Als Digital Native konnte Back sicherlich nicht bezeichnet werden, doch in seiner Generation gab es eine Begeisterung für die Möglichkeiten der Elektronik, die erst Entwicklungen wie Personal Computer und das weltumspannenden Internet möglich machte. Back hatte Elektrotechnik studiert, die Fachzeitschrift „elektor“ ins Deutsche übersetzt und zu Anfang der 1970er Jahre zusammen mit Jan Pütz beim WDR Sendungen wie „Einführung in die Digitaltechnik“ und die „Hobbythek“ moderiert, bevor dann 1981 „eff-eff“ als Vorläufer des „Computerclub“ kam.

Internetradios und programmierbare Weinkühler

Wolfgang Back, im Gegensatz zu Wolfgang Rudolph fest beim WDR angestellt, reagierte auf die Einstellung des „Computerclub“ im Jahr 2003 zwar nicht begeistert, aber pragmatisch. Ranga Yogeshwar nahm er ausdrücklich gegen die Vorwürfe zur Einstellung der Sendung in Schutz. Beim WDR oder einem anderen öffentlich-rechtlichen Sender sah er für die Sendung und das Thema keine Zukunft mehr. Es gab zwar einige Versuche mit Fokus auf die Internet-Entwicklung, aber diese waren nicht von Dauer. Auch die WDR-Sendung „Service Zeit Technik“ wurde 2005 eingestellt.

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Doch Wolfgang Back ließ sich davon nicht beirren. Nach seiner Pensionierung 2006 suchte er nach neuen Wegen, den „Computerclub“ wieder zu beleben. Zunächst als Audio-Podcast und später als Video-on-Demand-Format wurde die Sendung im Internet neu aufgelegt – wieder vom Duo der beiden Wolfgangs. Zudem wurde der „Computerclub zwei“ im Lokalsender NRW.tv übertragen. Und Back durfte Gadgets wie Wlan-Internetradios und programmierbare Weinkühler aus.

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