Zuschauerquote gesunken und zugleich weiter stark : „Babylon Berlin“, das Fernsehexperiment

Am Sonntag 7,83 Millionen Zuschauer, am Donnerstag 5,27 Millionen Zuschauer bei "Babylon Berlin" im Ersten.

Schießfreudig. Peter Kurth als Oberkommissar Wolter in "Babylon Berlin".
Schießfreudig. Peter Kurth als Oberkommissar Wolter in "Babylon Berlin".Foto: ARD Degeto/X-Filme/Beta Film/Sky

Das Experiment dauert an, das Experiment, wie viele Zuschauer des linearen, öffentlich-rechtlichen Fernsehens am horizontalen Erzählen interessiert sind. Das Experiment läuft unter dem Namen „Babylon Berlin“, 16 Folgen nach Kriminalromanen von Volker Kutscher mit Volker Bruch, Liv Lisa Fries und Peter Kurth in den Hauptrollen. Gestartet ist der Publikumsversuch am Sonntag auf dem „Tatort“-Platz im Ersten, 7,83 Millionen hatten eingeschaltet, ein sehr starker Start und offensichtlich ein Schnupperkurs. Denn von der Sonntagsquote sind am Donnerstag – wieder drei Episoden nach der „Tagesschau“ – 5,27 Millionen geblieben. Das war die beste Quote des Tages.

Dass „Babylon Berlin“ nicht mehr an die guten Werte vom prominenten „Tatort“-Sendeplatz am Sonntag herankommen würde, als 7,83 Millionen Zuschauer eingeschaltet hatten, war zu erwarten. Doch auch in den Mediatheken ist die Serie ausgesprochen gefragt: Seit dem Abend des 30. September stehen die ersten acht der insgesamt 16 Folgen zur Verfügung. Bis einschließlich 3. Oktober gab es nach Angaben des Ersten 1,75 Millionen Abrufe, die Daten zu Fans, die die Serie über eine App verfolgen, sind darin noch nicht enthalten.

Herausforderung fürs Stammpublikum

Eine Fernseherzählung über 16 Kapitel ist für die Mehrheit im ARD-Publikum, das sind die Über-60-Jährigen, wenn nicht eine Herausforderung, so doch ungewohnt. Fiktion wird im Höchstfall als 90-Minuten-Stück gereicht, dann sind Gut und Böse, Glück und Unglück ins Finale geführt worden. Nicht unbedingt unterkomplex, doch mit einem Plot, der Raum und Zeit nicht überdehnt.

„Babylon Berlin“ geht darüber hinaus, bislang stellt das Experiment die ARDVerantwortlichen zufrieden. „Hohe Zuschauerzahlen in allen Altersgruppen und Topwerte bei der Mediatheksnutzung“, kommentierte ARD-Programmdirektor Volker Herres die Zahlen. Die nächsten beiden Folgen der Serie sind am nächsten Donnerstag zu sehen. Joachim Huber

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