Mehr Fairness bei Wandel der Arbeitswelt : Zehntausende demonstrieren für sozialen Umbau der Industrie

Die Demonstranten fordern, dass Themen wie Energie- und Verkehrswende sowie die Digitalisierung angegangen werden. Und dabei Arbeitsplätze gesichert werden.

Teilnehmer der Großkundgebung der Gewerkschaft IG Metall für einen sozialverträglichen Umbau der Industrie in Berlin.
Teilnehmer der Großkundgebung der Gewerkschaft IG Metall für einen sozialverträglichen Umbau der Industrie in Berlin.Foto: Gregor Fischer/dpa

Zehntausende Menschen sind am Samstag dem Aufruf der IG Metall gefolgt und haben in Berlin für Fairness beim ökologischen und digitalen Umbau der Arbeitswelt demonstriert. Der Wandel müsse im Interesse der Beschäftigten gestaltet werden, lautete die zentrale Forderung. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich mehr als 50.000 Menschen an der Großkundgebung unter dem Motto "Fairwandel". "Die Transformation muss sozial, ökologisch und demokratisch gestaltet werden", sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann.

"Die Teilnehmer erwarten von Politik und Arbeitgebern, dass der digitale und ökologische Wandel den Beschäftigten Chancen auf gute Arbeit gibt", sagte Hofmann in seiner Rede am Brandenburger Tor. Die Transformation solle aus technischem Fortschritt sozialen Fortschritt machen. Das setze voraus, dass für Beschäftigte Brücken gebaut würden.

"Wir verlangen ein Transformationskurzarbeitergeld", sagte der IG-Metall-Chef. "Damit werden Entlassungen vermieden und die Beschäftigten können sich für die Arbeit an neuen Produkten qualifizieren."

Friedliche Demo

Die Mobilitäts- und Energiewende müsse erfolgreich umgesetzt werden, im Interesse der Beschäftigten und des Klimaschutzes, forderte die IG Metall weiter. "Wir wollen keine Zieldebatten mehr, sondern endlich konkrete Maßnahmen", sagte Hofmann. "Ganz dringend ist zum Beispiel eine flächendeckende und verlässliche Infrastruktur von Schnellladestationen." Daneben seien massive Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr und die Schiene notwendig.

"Mit einer Politik der schwarzen Null ist die Verkehrs- und Energiewende nicht zu schaffen", sagte der Gewerkschaftschef. Von den Unternehmen forderte er Investitionen in neue Produkte und Geschäftsmodelle und die Sicherung von Standorten.

Auf der Kundgebung sprachen auch Vertreter der Zivilgesellschaft wie die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, Diakonie-Präsident Ulrich Lilie und der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), Olaf Tschimpke.

Teilnehmer der Demo am Brandenburger Tor.
Teilnehmer der Demo am Brandenburger Tor.Foto: Gregor Fischer/dpa

Viele Gewerkschaftler trugen rote T-Shirts und Mützen mit Slogans wie „Stillstand hat noch nie etwas bewegt“ oder „Ohne Plan? Ohne uns!“ Nach Polizeiangaben verlief alles friedlich. (AFP ,dpa)