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Busunglück auf Madeira : Mindestens 29 Tote – viele deutsche Opfer befürchtet

Auf der Insel Madeira verunglückt ein Touristenbus, mindestens 29 Insassen sterben. Dem portugiesischen Präsidenten zufolge stammen alle Toten aus Deutschland.

Busunglück auf Madeira: Helfer an der Unfallstelle
Busunglück auf Madeira: Helfer an der UnfallstelleFoto: Reuters/Duarte Su

Bei einem Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira sind 29 Menschen getötet worden. Zunächst war von 28 Toten die Rede gewesen, eine Frau erlag später ihren Verletzungen.

Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa teilte mit, dass seinen Informationen zufolge alle Getöteten aus Deutschland stammen. Er drücke im Namen aller Portugiesen den Angehörigen der Toten sein Beileid aus, zitierten portugiesische Medien am Abend Sousa. Er fügte hinzu: "Mir wurde gesagt, dass es alles Deutsche sind." Er wolle am Donnerstag mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprechen.

Portugals Ministerpräsident António Costa kondolierte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er sei bestürzt und übermittle der Kanzlerin "in dieser schweren Stunde" sein Bedauern, twitterte Costa am Mittwochabend.

Der Bus mit mehr als 50 Insassen stürzte am Mittwoch gegen 18.30 Uhr in der östlich von Funchal gelegenen Gemeinde Caniço eine Böschung hinunter auf ein Haus. Schon wenige Stunden nach dem Unglück sagte der zuständige Bürgermeister Filipe Sousa dem portugiesischen Sender RTP3, die Toten seien deutsche Touristen.

Von deutscher Seite gab es bis Donnerstag kurz vor 01.00 Uhr keine Bestätigung dazu. Die deutsche Botschaft in Lissabon teilte mit, es seien auch deutsche Touristen unter den Opfern. Nähere Angaben machte die Botschaft nicht.

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Viele Deutsche bei Busunglück auf Madeira gestorben
Viele deutsche Opfer bei Busunglück auf Madeira befürchtet

Das Auswärtige Amt twitterte: "Mit großer Erschütterung haben wir von dem tragischen Busunglück auf Madeira erfahren. Wir müssen leider davon ausgehen, dass Opfer aus Deutschland sind. Unser Mitgefühl gilt ihren Familien und Freunden."

Unter der Nummer 030 5000 3000 hat das Auswärtige Amt eine Telefonleitung eingerichtet, unter der sich besorgte Angehörige melden können.

"Entsetzliche Nachrichten erreichen uns aus Madeira", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Unsere tiefe Trauer gilt all denen, die in dem verunglückten Bus ihr Leben verloren haben, unsere Gedanken sind bei den Verletzen."

Insgesamt sollen mindestens 28 weitere Menschen verletzt worden sein, darunter zwei Portugiesen, hieß es aus dem Krankenhaus in der Hauptstadt Funchal, in dem sie behandelt wurden.

Bus stürzte in ein Wohnviertel

Der Busfahrer verlor offenbar in einer Kurve die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Bus stürzte daraufhin einen Abhang hinunter in ein Wohnviertel. Auf Bildern war zu sehen, wie der weiße Reisebus völlig zerstört auf der Seite und teilweise auf einem roten Ziegeldach lag. Der Busfahrer und der Reiseleiter - beides Portugiesen - überlebten den Behörden zufolge den Unfall.

Die Unglücksursache war noch unklar. Medien berichteten, ein mechanisches Problem sei wahrscheinlich die Unfallursache gewesen - entweder ein Bremsausfall oder ein eingeklemmtes Gaspedal.

Die Atlantikinsel Madeira ist wegen ihres milden Klimas das ganze Jahr über bei Urlaubern beliebt. Auch immer mehr Deutsche reisen auf die „Blumeninsel“. (mit Agenturen)

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