Deutsche auf Mallorca vergewaltigt : Fraueninitiativen rufen zu Protestdemo auf

Organisationen auf der Urlaubsinsel wollen sich dafür einsetzen, dass Sexualdelikte von der Justiz verfolgt werden. Und die Täter nicht straffrei davonkommen.

Demonstrantinnen protestieren im vergangenen Jahr in Barcelona gegen den Umgang der Justiz mit sexuellem Missbrauch.
Demonstrantinnen protestieren im vergangenen Jahr in Barcelona gegen den Umgang der Justiz mit sexuellem Missbrauch.Foto: Matthias Oesterle/ZUMA Wire/dpa

Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer Deutschen auf Mallorca haben Frauenrechtlerinnen auf der Baleareninsel zu Protestkundgebungen aufgerufen. Demonstrationen sollten am Montagabend auf dem Rathausplatz der Hauptstadt Palma sowie in Manacor im Osten Mallorcas stattfinden.

Damit wollten sich verschiedene Fraueninitiativen dafür einsetzen, dass Sexualdelikte von der Justiz verfolgt werden und die Täter nicht straffrei davonkommen. So hieß es in einem Aufruf, der unter anderem von „Feministes En Acció“ und dem „Moviment Feminista de Mallorca“ auf Facebook verbreitet wurde.

Bei der Aktion geht es nicht nur um den Fall der Deutschen, die vorige Woche in Cala Rajada von zwei Landsleuten vergewaltigt worden sein soll - sondern auch um ähnliche Fälle, die in Spanien in der Vergangenheit für Empörung gesorgt hatten.

Wegen des jüngsten Sexualdelikts sitzen zwei Deutsche ohne Möglichkeit auf Kaution in Untersuchungshaft. Zwei weitere Deutsche, die im Zusammenhang mit der Tat festgenommen worden waren, wurden am Wochenende vom zuständigen Gericht zunächst auf freien Fuß gesetzt.

Die Verdächtigen sollen die Tat bei ihren Vernehmungen bestritten haben. Es sei zwar zum Sex gekommen, dieser sei aber „einvernehmlich“ gewesen, hatten örtliche Zeitungen die Behörden zitiert. Ärztliche Untersuchungen sollen hingegen bestätigt haben, dass die 18-Jährige Opfer sexueller Gewalt geworden ist. Eine Gerichtssprecherin sagte am Montag der Deutschen Presse-Agentur, dass die Justiz während der Ermittlungen zunächst keine weiteren Details bekanntgeben werde. (dpa)

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