Erfahrungen mit Covid-19 : Rita Wilson: „Schüttelfrost wie nie zuvor“

Tom Hanks und seine Frau waren die ersten prominenten Covid-19-Infizierten in Australien. Jetzt sprach Rita Wilson erstmals über die Erkrankung.

Sie haben das Virus besiegt: US-Schauspieler Tom Hanks und seine Frau Rita Wilson, hier auf einem Foto von 2018.
Sie haben das Virus besiegt: US-Schauspieler Tom Hanks und seine Frau Rita Wilson, hier auf einem Foto von 2018.Foto: Brent N. Clarke/Invision/AP/dpa

 Als bei Tom Hanks und seiner Frau Rita Wilson in Australien das Coronavirus diagnostiziert wurde, hielten die beiden Hollywood-Stars ihre Fans per Instagram auf dem Laufenden. Zunächst konnte man denken, die beiden Stars hätten trotz Infektion Glück im Unglück gehabt. Denn beide sorgten vom Krankenhaus aus mit ihren Posts für gute Laune.

Rita Wilson veröffentlichte sogar eine Spotify-Playliste für andere Menschen in Quarantäne. Jedes der Lieder war dabei eine witzige Anspielung auf die Situation der beiden US-Amerikaner, die zu dem Zeitpunkt in Australien in Isolation waren. Unter den Liedern waren "Lonely People" von America, Eric Carmens "All By Myself" und Queens "I Want To Break Free".

Doch nun gab die Schauspielerin und Sängerin in einem Interview mit dem US-Sender CBS preis, wie schlecht sie sich in Wirklichkeit fühlte. „Ich war sehr müde und ich hatte schlimme Gliederschmerzen“, sagte die 60-Jährige. Sie habe sich unwohl gefühlt, wollte nicht berührt werden und hatte Fieber. Außerdem habe sie so starken Schüttelfrost wie noch nie zuvor gehabt.

„Rückblickend stelle ich fest, dass ich auch meinen Geschmacks- und Geruchssinn verloren habe, was ich damals aber nicht wirklich merkte.“ Wilson berichtete, wie ihr Fieber etwa neun Tage nach dem positiven Testergebnis den Höchststand erreicht habe und sie eine Temperatur von fast 39 Grad gehabt habe.

Wilson stellt Chloroquin gegen Covid-19 infrage

Daraufhin habe man ihr in dem australischen Krankenhaus das Malaria-Medikament Chloroquin verabreicht, eines der Medikamente, das derzeit in einer Testphase gegen das Coronavirus verbreicht wird. Wissenschaftler des Zentrums für klinische Forschung der Universität von Queensland hatten herausgefunden, dass das Medikament ähnlich wie ein HIV-Medikament der „älteren Generation“ das Virus zumindest in Reagenzgläsern auslöscht.

[Aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Krise in Berlin hier in unserem Live-Blog]

Wilson berichtete, dass ihr Fieber nach der Einnahme von Chloroquin zwar abgeklungen sei, sie sich aber nicht sicher sei, ob dies dem Medikament zu verdanken sei. Chloroquin hätte für sie extreme Nebenwirkungen gehabt, warnte die Sängerin. Ihr sei nach der Einnahme schlecht geworden und sie habe sich schwindelig gefühlt. „Ich konnte nicht laufen“, sagte sie. „Meine Muskeln fühlten sich sehr schwach an.“ Sie warnte davor, dass Menschen zu viel Hoffnung auf das Medikament setzten. „Wir wissen noch nicht wirklich, ob es in diesem Fall hilfreich ist.“

Dreharbeiten zunächst verschoben

Wilson hatte sich bereit erklärt, an der klinischen Studie über die Effektivität von Chloroquin teilzunehmen. Und das Paar will auch weiterhin die Forschung zum Thema Coronavirus unterstützen. Deswegen haben Wilson wie Hanks Blut für eine weitere Studie gespendet, die unter anderem untersucht, ob die Antikörper nach einer Erkrankung bei der Entwicklung eines Impfstoffes helfen können.

[Mit dem Newsletter „Twenty/Twenty“ begleitet unser US-Quintett Christoph von Marschall, Anna Sauerbrey, Juliane Schäuble, Malte Lehming und Tilman Schröter Sie jeden Donnerstag auf dem Weg zur Präsidentschaftswahl. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung: tagesspiegel.de/twentytwenty]

Rita Wilson hatte vor ihrer Diagnose noch mehrere Shows in Australien absolviert. Tom Hanks wollte dort zusammen mit Regisseur Baz Luhrmanns einen Film über Elvis Presley produzieren. Doch die Dreharbeiten sind seit dem Ausbruch von Covid-19 zunächst auf Eis gelegt worden.

Wo sich Wilson und Hanks infiziert haben, konnten die beiden bisher nicht nachvollziehen. Ihre Crew scheinen die beiden Stars, die inzwischen zurück in den USA sind, nicht angesteckt zu haben.

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!