Eurovision Song Contest : Das Cordoba des Schlagers: Conchita Wurst siegt für Österreich, deutsche Band Elaiza hinten

Conchita Wurst hat den Eurovision Song Contest gewonnen, Elaiza landete nur auf Platz 18. Lesen Sie alles, aber wirklich alles in unserem Live-Ticker nach.

Überzeugend: Conchita Wurst holt für Österreich den Sieg beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen.
Überzeugend: Conchita Wurst holt für Österreich den Sieg beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen.Foto: AFP

00.38 Uhr: Der Fernsehschwenk auf den Udo-Lindenberg-Verschnitt im Hamburger Regen ist dann schon heftig. Gut, dass noch, ähem, Helene Fischer kommt. Aber man weiß wirklich nicht, ob diese Aftershow eigentlich sein muss. Wir jedenfalls bedanken uns für die Aufmerksamkeit und geben zurück in die angeschlossenen Sozialmedienforen. Diskutieren Sie schön, twittern Sie fleißig.

00.34 Uhr: Schon eingängig, das Liedchen mit Bart. Vienna Calling in 2015. Auch das Auswärtige Amt gratuliert. Schade, dass Falco das nicht mehr erleben durfte. Conchita Wurst holt 290 Punkte für Österreich und hinten raus dann doch noch einen stattlichen Abstand. Zweiter werden die Niederlande mit 238, Dritter die Schweden mit 218 Punkten. Elaiza belegen am Ende Platz 18 mit gerade mal 39 Punkten. Auch Finnland wird leider nur Elfter, mit immerhin 72 Punkten.

00.26 Uhr: And the winner is ... Austria! Uneinholbar. Ist das jetzt das Cordoba des Song Contests? Immerhin sieben Trostpunkte aus der Schweiz für Elaiza.

00.24 Uhr: Die Ukraine vergibt vier Punkte an Russland.

00.23 Uhr: Noch einmal zwölf aus Italien. Das muss es doch jetzt wirklich gewesen sein.

Eurovision Song Contest 2014: Sieger Conchita Wurst und alle Platzierungen
Platz 2: The Common Linnets aus den Niederlanden mit "Calm After The Storm" (238 Punkte).Weitere Bilder anzeigen
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11.05.2014 08:32Platz 2: The Common Linnets aus den Niederlanden mit "Calm After The Storm" (238 Punkte).

00.21 Uhr: Auch aus dem katholischen Spanien gibt es zwölf Punkte für das katholische Österreich.

00.20 Uhr: Die österreichische Moderatorin hat so einen Bart. Und vermeldet zehn Punkte an die direkte Konkurrenz aus den Niederlanden, wodurch die wieder bedrohlich näher rückt. Erwartbar: kein Punkt für Deutschland.

00.16 Uhr: Peter Urban wundert sich über "das katholische Irland", weil es die Höchstpunktzahl für Conchita Wurst vergibt. Und was bitte ist Österreich?

00.14 Uhr Auf einmal nur noch 12 Punkte Abstand. Holt Holland doch noch einmal auf?

00.12 Uhr: Auch aus Israel gibt es zwölf Punkte für Österreich. Das ist jetzt schon einmal eine Ansage. Conchita Wurst führt jetzt mit 147 gegenüber den 123 der Niederländer auf Platz 2. Und Elaiza? 20 traurige Punkte.

00.06 Uhr: Hesselmann muss sich erkundigen: Das ist doch Helene Fischer, oder? Deutschland jedenfalls ganz seriös mit zwölf Punkten für holländischen Country.

Folgen Sie Markus Hesselmann auf Twitter:

00.04 Uhr: Das war abzusehen. Die Schweden sind nun einmal die kontinentalen Briten und geben Conchita Wurst ebenfalls zwölf Punkte. Kann sich Österreich nun entscheidend absetzen?

00.00 Uhr: Irgendwie ist es doch albern, wenn jetzt jede höhere Punktzahl für Russland ausgebuht wird.

23.58 Uhr: This is London! Großbritannien bedenkt Holland, Malta und - Tusch! - Österreich. Das Mutterland des Pop versteht halt etwas von der Materie.

23.57 Uhr: Souverän, wie die Franzosen konsequent Französisch reden, auch wenn sie kein Mensch versteht.

23.55 Uhr: Russland bedenkt alte Sowjetrepubliken: Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland.

23.50 Uhr: Bisher sehr gemischte Ergebnisse, noch kein Trend zu erkennen. Müssen wir um Conchitas Sieg jetzt zittern? San Marino gibt, hä?, Aserbaidschan zwölf Punkte. Schräg.

Immerhin fehlerfrei: Elaiza
Immerhin fehlerfrei: ElaizaFoto: Reuters

23.47 Uhr: Hesselmann erkennt, dass das Zählverfahren jetzt ja verkürzt ist (das war zu Bucks-Fizz-Zeiten nicht so). Leber weist ihn daraufhin, dass das schon seit Jahren so ist. Beide freuen sich über die erste volle Punktzahl für Conchita Wurst und zwar aus Griechenland.

23.46 Uhr: Aserbaidschan gibt Russland gleich mal souverän zwölf Punkte. Dafür gibt's dann doch Buhrufe. Was wird Berti Vogts darüber denken?

23.39 Uhr: Wie viel mehr Hymne steckt da beispielsweise in "What if it’s all in one kiss, That turns all seeds into trees"!!

23. 38 Uhr: Der Auftritt von Vorjahressiegerin Emmelie de Forest ruft es uns ins Gedächtnis: Auch ein mittelmäßiger Song kann zur unsterblichen Hymne werden, wenn man ihn nur oft genug hört.

23.36 Uhr: Nilz Bokelberg springt Hesselmann bei: "Finnland ist mein Überfavorit!"

23.34 Uhr: Offener Konflikt im Tagesspiegel-Newsroom. War die Schweiz nun wunderbar oder cheesy?

23.28 Uhr: Die Telefonleitungen sind geschlossen, Vitali Klitschkos Finger können sich erholen. Gleich beginnt die Auszählung.

23.16 Uhr: Elaiza haben getwittert: "Wir sind so fassungslos... Wie toll ist das alles!!!!"

23.12 Uhr: Sebastian L. summt seit einer Stunde nur noch eine Zeile vor sich hin: "What if it’s all in one kiss, That turns all seeds into trees". Armenien hat es ihm angetan.

23.08 Uhr: Markus H. wünscht sich, dass die Finnen weit vorn landen. Fürchtet aber, dass eher die isländischen Teletubbies gut ankommen.

23.03 Uhr: Alle Starter sind durch, Zeit zum Durchatmen und Reflektieren... Armenien war ganz, ganz stark. Österreich ist Publikumsliebling, wurde frenetisch gefeiert. Deutschland hat sich immerhin nicht blamiert und darf auf ein Ergebnis irgendwo im zweistelligen Bereich hoffen...

23.02 Uhr: Hat Peter Urban gerade "Shit" gesagt?

22.55 Uhr: Britin Molly kann in ihren guten Momenten ein wenig wie Bonnie Tyler krächzen. Wir haben die leise Vermutung: Das wird nicht reichen.

22.54 Uhr: Ups, wir haben Bildausfall im Newsroom, Ihr auch? Der Online-Chef wird panisch.

22.53 Uhr: Mit Großbritannien steht jetzt das letzte Land auf der Bühne. Bedeutet: Gleich gibt es endlich einen... tatatata... Schnelldurchlauf!

22.51 Uhr: Kann es sein, dass Ralph Siegel noch im 20. Jahrhundert lebt? Das ist jetzt nicht positiv gemeint.

22.50 Uhr: Der Beitrag von San Marino stammt wie gesagt aus der Feder von Ralph "Ein bisschen Frieden" Siegel. Endlich hat er es mal wieder ins Finale geschafft. Drei Minuten, die alle Kränkungen der Vergangenheit heilen sollen.

22.49 Uhr: Peter Breuer twittert: "Die Niederländer spielen ein ernsthaft gutes Lied. Das bringt mein ganzes Konzept durcheinander."

22.48 Uhr: Die Niederlande singen, und @thefourthcraw twittert: "Every song that's sung in English, the French die a little bit more inside. It's the magic of

22.46 Uhr: Die Skandinavier wissen, wie man Pop macht. Starker Beitrag von Gastgeber Dänemark mit sympathischem Pfeif-Gadget. Wir wippen mit.

22.44 Uhr: Twitter-Nutzerin Sumi Somby fragt: "Warum macht der Offsprecher immer so affige-wertende Kommentare?" Wohlgemerkt, sie meint Peter Urban.

22.42 Uhr: Da freut man sich fast wieder auf Helene Fischer. Die soll nachher noch ein zweites Mal auftreten, heißt es. Wetten, dass es dann auf der Hamburger Reeperbahn wieder regnet? Ist bestimmt nur Zufall.

Vom Außenseiter zum Favoriten: Der österreichische Travestiekünstler Conchita Wurst.
Vom Außenseiter zum Favoriten: Der österreichische Travestiekünstler Conchita Wurst.Foto: AFP

22.41 Uhr: Aber erst einmal Malta. Die Combo sieht von weitem aus wie Arcade Fire. Das war es dann aber auch mit dem Positiven. Den Song vergisst man schon, während er noch läuft.

22.40 Uhr: Ein Topkandidat kommt noch: Gastgeber Dänemark mit der Startnummer 23. Und dann natürlich noch Ralph Siegel. Es wird sein erster Finalbeitrag seit annodazumal.

22.37 Uhr: Liebe Leser, was meinen Sie? Ist die Krönung der Conchita Wurst alternativlos? Oder macht am Ende doch Armenien das Rennen? Wir freuen uns über Ihre Tipps in den Kommentaren.

22.35 Uhr: Diese Leichtigkeit. Dieser Charme. Nicht mal ein starker Akzent. Hört sich so weg.

22.33 Uhr: Die Schweizer Banjo-Bande. Von den Kritikern vorab in Grund und Boden beleidigt. Aber wir lieben sie.

22.27 Uhr: Wie hieß es schon bei Monty Python: Finland, Finland, Finland, the country where I don't want to be. Nein falsch: ... quite want to be, muss es heißen. Was Softengine damit zu tun haben, überlassen wir Ihnen. Ohohoho! Nee, schon okay. Kommt schwungvoll über die Bühne.

22.24 Uhr: Rhythmische Sportgymnastik mit Querflöte bietet derweil Tinkara Kovac aus Slowenien. Der Tagesspiegel-Kollege und ESC-Enthusiast Tilmann Warnecke fragte sich eben, welche Sportart bei diesen Spielen als nächstes kommt und plädierte für Turmspringen. Der Mann selbst ist übrigens Schwimmer.

22.19 Uhr: Zumindest in Italien haben Rockröhren immer noch Konjunktur, macht uns Emma Marrone weis. Klingt wie die Hymne zur Fußball-WM 1990..

22.17 Uhr: +++ EILMELDUNG +++ Keine oder nur vereinzelte Pfiffe für russischen Beitrag beim diesjährigen Eurovision Song Contest.

22.15 Uhr: Die Tolmatschowa-Sisters aus Russland klingen a bisserl nach Bananarama, zumindest im Refrain. (Hesselmanns etwas eingeschränkter Retro-Bezugshorizont wird langsam deutlich. Zeit, dass Leber hier wieder übernimmt.)

22.13 Uhr: Le Rock'n'Roll oder ist das Le Ska, was uns Twin Twin aus Frankreich da präsentieren? Bei den gewollt wirkenden Clash-Anklängen dreht sich jedenfalls Joe Strummer im Grabe um.

22.08 Uhr: Sanna Nielsen, die schwedische Antwort auf Bayer Leverkusen: Immer wieder gescheitert, dann im Finale ... und ...

22.05 Uhr: History-Strecke jetzt icht mehr nur bei ntv. Danke für die Verschnaufpause!

22.02 Uhr: Polka-Time, Feuerwerk in Berlin. Leber mit Kennermiene: Fehlerfrei!

22.00 Uhr: Ups, jetzt hätten wir fast die Deutschen vergessen, Elaiza. Ach eigentlich gar nicht so schlecht, aber schwierig nach der/dem einzig Wahren auftreten zu müssen.

21.59 Uhr: Hesselmann kann sich allerdings auch noch (fast) persönlich an Udo Jürgens' Auftritte für Österreich erinnern.

21.56 Uhr: Das funktioniert. Wir haben unseren Sieger des Abends. Conchitas Trockeneis-Inferno (sagt Leber, Hesselmann findet: das passt).

21.55 Uhr: Jaaaaa, jetze aber! Conchita Wurst ist da. Mehr Licht!

21.57 Uhr: Und ist das eigentlich eine Turnveranstaltung hier?

21.53 Uhr: Die Griechen dagegen kommen uns internationalistisch mit Freaky Fortune feat. Risky Kidd. In English please.

21.50 Uhr: Ojemine, Donatan & Cleo, hysterisches Brauchtum aus Polen. Und vorne Porno. Das können die Nachbarn aber auch besser.

21.46 Uhr: Im Tagesspiegel-Newsroom läuft auf den Bildschirmen derzeit übrigens: ESC, Bundesliga-Endlosschleife bei Sky und NTV wie immer aktuell mit "Die Psyche der Nazis".

21.43 Uhr: Erste Schweißflecken zeichnen sich auf dem Wencke-Myhre-Fanshirt von Markus H. ab. Wir sind erfreut über diesen Song Contest.

21.42 Uhr: Jetzt mal ganz objektiv betrachtet: bester Song bisher. Allerbester. Hach.

21.40 Uhr: Wie toll würden wir Aram Sargsjan finden, wenn er seinen bekloppten Spruch nicht gebracht hätte. Ach Mensch. Manche Idioten möchte man gerne gern haben.

21.38 Uhr: Wahrscheinlich wird jedes Lied besser, wenn man ein bisschen Dubstep reinmischt, oder?

Bunte Truppe: Pollapoenk aus Island, samt Leihgaben von ZZ Top.
Bunte Truppe: Pollapoenk aus Island, samt Leihgaben von ZZ Top.Foto: AFP

21:35 Uhr: Rumänien gefällt auch. Sehr melodiös. Wird trotzdem gleich vergessen sein. Denn dann kommt Armenien. Bitte zuhören und genießen!

21.32 Uhr: Aber das Lied, das ist wahnsinnig gut. Beginnt ein wenig kitschig, artet dann jedoch in Dubstep aus. In Dubstep! Beim ESC!

21.30 Uhr: Noch zwei Starter, dann kommt endlich Armenien. Super Lied, fragwürdiger Typ. Der Herr hat sich schwulenfeindlich über Conchita Wurst geäußert, dann immerhin entschuldigt. Und behauptet, er sei falsch zitiert worden. Bisschen widersprüchlich.

21.28 Uhr: Erster erfrischender Tupfer des Abends! Island ist bunt, lustig und vergleichsweise mitreißend.

21.26 Uhr: Beim Eurovision Song Contest ist es wie bei Dr. Sommer in der "Bravo": alles darf, solange alle Beteiligten einverstanden sind. In diesem Fall ist eine Grenze überschritten. Mit Aserbaidschans Beitrag sind wir definitiv nicht einverstanden.

21.25 Uhr: Balladen, die die Welt schon vor 50 Jahren nicht mehr gebraucht hat.

21.24 Uhr: Aserbaidschan singt. Bitte nicht einschlafen, die Highlights kommen noch.

21.23 Uhr: Auch Johnny Haeusler amüsiert sich: "Sammle gerade ein paar Ideen für den nächsten re:publica-Abschluss."

21.20 Uhr: Tweet von Thomas Gigold: "Dänen sind cool - die Twitternamen der Moderatoren werden wie selbstverständlich mit eingeblendet."

21.18 Uhr: Vielleicht muss man das Lied rückwärts hören, um es erträglich zu finden.

21.17 Uhr: Was soll das denn?

21.16 Uhr: Wenn das Lied gewinnt, wäre es vielleicht ein Sieg für den europäischen Gedanken. Ganz sicher aber eine deftige Ohrfeige für alle Musikliebhaber.

21.15 Uhr: Endlich: Marija Jaremtschuk eröffnet den Wettbewerb für die Ukraine.

21.10 Uhr: Jens Scholz twittert: "Ah, man kürzt ab und spielt die Lieder gar nicht sondern lässt nur kurz alle über die Bühne latschen?"

21.08 Uhr: Wer es nicht mitbekommen hat: Das deutsche Trio Elaiza hat kurzfristig die ganze Bühnenshow umgeworfen. War ihnen zu zirkushaft, heißt es. Ein höchst ungewöhnlicher Vorgang in der ESC-Welt.

21.05 Uhr: Das Intro ist schon mal, wie Volker Pispers über Angela Merkel zu sagen pflegt: besser als erwartet. Viel Pyro gibt's.

21.03 Uhr: Wenn Peter Urban ernsthaft behauptet, Elaiza habe in den vergangenen Monaten die deutsche Popszene verzaubert, darf man ihm dann nicht einfach das Mikro wegnehmen?

21.00 Uhr: Kleiner Service, wann sich heute das Dranbleiben lohnt und wann Klogänge sinnvoll sind: Los geht es mit der Ukraine, Armenien hat die Startnummer 7, Österreich die 11, Deutschland die 12, Schweden die 13... Großbritannien kommt ganz zum Schluss.

20.58 Uhr: Hätte man nicht gedacht, aber nach diesem grässlichen "Wort zum Sonntag" freut man sich beinahe über Helene Fischer.

20.55 Uhr: Wer übrigens auch findet, dass Markus H. das nächste Mal bitte ohne Wencke-Myhre-Fanshirt zum Bloggen erscheinen soll, kann ihm das hier unten in den Kommentaren oder natürlich auch über Twitter schreiben. Netter Versuch, Markus.

Marija Jaremtschuk singt für die Ukraine.
Marija Jaremtschuk singt für die Ukraine.Foto: Reuters

20.52 Uhr: Vielleicht würde das "Wort zum Sonntag" besser ankommen, wenn die Sprecherin auf das unerträgliche Pathos verzichten würde. Aber egal, gleich geht's los.

20.48 Uhr: Kurze Schweigeminute für Georgien, Litauen, Irland, Israel, Mazedonien, Portugal, Belgien, Moldawien, Albanien, Estland und Lettland. Sind alle schon im Halbfinale ausgeschieden. Und das will angesichts des Aufgebots, das wir gleich sehen werden, echt was heißen.

20.45 Uhr: Glaubt eigentlich einer unserer Leser, dass es Elaiza unter die ersten 10 schaffen? Anyone?

20.42 Uhr: Die eine Hälfte unseres Blogger-Teams, und das ist nicht Siggi-Pop, findet Michelle übrigens unterschätzt.

20.37 Uhr: Schöner, wahrer Tweet von Magdalena RoglLiebe Frau Schöneberger, Das P1 hat angerufen, es möchte seine Discokugel zurück haben.

20.35 Uhr: Warum tritt eigentlich Adel Tawil nie für Deutschland beim ESC an? Will die deutsche Delegation gar nicht auf die vorderen Plätze?

20.31 Uhr: Politik und Pop gehen ja gern Hand in Hand. Tracy Chapman, Live8, Rio Reiser... Das Problem: Der Beitrag der Ukraine reicht da...sagen wir es diplomatisch... qualitativ nicht ganz ran.. Wir haben die Proben gesehen und waren entsetzt.

20.28 Uhr: Was halten Sie von der Politisierung des ESC? Bitte kommentieren Sie fleißig. Unser Community-Team wird sich wie immer Mühe geben, die gröbsten Beleidigungen und Chemtrail-Theorien zu zensieren. Ansonsten ist jeder Beitrag herzlich willkommen.

20.25 Uhr: Vitali Klitschko hat die europäischen Fernsehzuschauer gebeten, aus Solidarität für die Ukraine zu stimmen. Ob die Nato das Referendum anerkennen wird, ist aber noch unklar.

20.23 Uhr: Einen Haufen Fragen gilt es heute Abend zu klären. Wird sich die Akkordeonistin von Elaiza wie bei der Generalprobe im Papierschlangenregen verheddern? Schneidet Elaiza besser ab als Cascada im Vorjahr - also besser als Platz 21? Darf ein Vollbart gewinnen, wenn eine Frau dranhängt? Und natürlich wie immer: Ist das hier alles Musik - und falls ja: jetzt ganz im Ernst?

20.18 Uhr: Jan Delay eröffnet die Pre-Show. Wird er seine drei Minuten ohne Nazi-Vergleiche schaffen?

20.17 Uhr: Was wir Ihnen aber, und damit werden wir uns positiv von allen anderen Live-Tickern unterscheiden, auf jeden Fall versprechen können: Bei uns wird es heute Abend keine Wurst-Wortspiele geben. In Zahlen: 0.

20.15 Uhr: Wir kennen den Sieger des heutigen Abends natürlich auch nicht. Bzw. dürfen ihn jetzt noch nicht nennen, sonst motzen wieder die Mainstream-Medien-Verschwörungstheoretiker.

20.12 Uhr: Gleich beginnt die ARD-Vorberichterstattung. Am Mikrofon ist wieder Peter Urban. Der mit Abstand beste Vom-Blatt-Ableser, den die Öffentlich-Rechtlichen in der Abteilung Schlager haben.

20.10 Uhr: Dennoch: Sollte hier im ESC-Blog heute Abend musikalischer oder geschmackstechnischer Unsinn verbreitet werden, geben Sie bitte nicht Sebastian die Schuld.

20.08 Uhr: Dank einer Hamburger Band wissen wir: Ist die Hausherrin auf einem Tennisturnier, muss jemand anderes Krawall und Remmidemmi veranstalten. Den Part des Co-Bloggers übernimmt heute dankenswerterweise unser Online-Chef Markus Hesselmann. Dass der Mann sich mit Netzpolitik und 2.0-Gedöns auskennt, ist klar. Dass er aber lange Jahre den Tagesspiegel "Pop-Blog" verantwortete, dürfte den meisten entfallen sein. Ja, man kann sagen: Er ist der Siggi-Pop des Tagesspiegels.

20.06 Uhr: Wie in den Vorjahren bloggt heute wieder Sonntag-Redakteur Sebastian Leber. Seine Kollegin Anke Myrrhe kann diesmal leider nicht dabei sein. Sie behauptet allen Ernstes, sie habe da “ein wichtiges Tennisturnier”.

20.05 Uhr: Wer ist ihr Favorit? Unten in der Kommentarspalte ist noch viel Platz.

20.00 Uhr: Der 10. Mai 2014 ist schon jetzt ein historischer Tag. Anton Hofreiter beichtet sein Zweitwohnungssteuer-Problem, Huub Stevens hört auf, in Berlin demonstrieren Zigtausende für die Energiewende. Aber das Beste kommt noch. In einer Stunde beginnt der Eurovision Song Contest. Wir werden live berichten.

Vom Außenseiter zum Favoriten: Der österreichische Travestiekünstler Conchita Wurst.
Vom Außenseiter zum Favoriten: Der österreichische Travestiekünstler Conchita Wurst.Foto: AFP

Was bisher geschah: Das beste Lied hat sie nicht, aber die auffälligste Gesichtsbehaarung. Travestiekünstlerin Conchita Wurst hat sich dank ihres markanten Vollbarts innerhalb weniger Tage von der Außenseiterin zur Topfavoritin des Eurovision Song Contests entwickelt. Schon beim Halbfinale am Donnerstag wurde Wurst in der Halle bejubelt. Wenn sie diesen Samstagabend zum Finale antritt, ist ihr die Rolle des Publikumslieblings sicher.

Conchita Wurst heißt eigentlich Tom Neuwirth. Nach ersten Proben wurde der österreichische Beitrag vor allem von osteuropäischen Fans massiv im Internet beleidigt. Ein russischer Lokalpolitiker sprach sich sogar für einen Zuschauerboykott aus, weißrussische Medien hetzten ebenfalls gegen die Bartträgerin. Auch vor Ort in Kopenhagen musste sie Anfeindungen ertragen. Armeniens Kandidat Aram Sargsyan, der auch zum Favoritenkreis zählt und dessen selbst komponierter Song „Not Alone“, musikalisch betrachtet, tatsächlich zu den originellsten und aufregendsten des Jahrgangs gehört, machte sich mit einer schwulenfeindlichen Bemerkung über Wurst unbeliebt. Später entschuldigte er sich und behauptete gleichzeitig, er sei übrigens falsch zitiert worden.

Solidarität nach Angriffen aus Russland gegen Conchita Wurst

Unter dem Gros der Fans lösten die Anfeindungen eine Solidaritätswelle aus – und eine Debatte darüber, wie viel Toleranz man von Teilnehmern und ihren Fans denn mindestens voraussetzen könne. Im Grunde: Ob zu einem europäischen Gesangswettbewerb im Jahr 2014 nicht auch zwingend europäische Werte gehören. Die Forderung, statt Conchita Wurst lieber Nationen mit intoleranten Tendenzen auszuschließen, hat bisher aber auch keine Mehrheit gefunden.

Traditionsgucker fühlen sich an Dana International erinnert. Die transsexuelle israelische Popsängerin, die 1998 in Birmingham antrat, erregte ebenfalls Aufsehen, schaffte es am Ende knapp auf den ersten Platz. Allerdings gibt es einen Unterschied: Dana International wirkte auf der Bühne äußerst weiblich. Wer ohne Vorwissen ins Programm schaltete, sah halt eine Frau. Der dunkle Vollbart von Conchita Wurst lässt das nicht zu. Was auch beabsichtigt ist: Mit ihrem Äußeren wolle sie Intoleranz bekämpfen und Menschen ins Grübeln bringen, sagt Wurst.

Deutscher Beitrag Elaiza ohne Chancen

Dem deutschen Beitrag „Is It Right“ wird dieses Jahr unter Buchmachern und Kritikern kein vorderer Platz zugetraut. Das Trio Elaiza, das erst einen Schülerwettbewerb gewinnen musste, um überhaupt beim deutschen Vorentscheid antreten zu können, erhielt Startplatz zwölf und wird damit direkt im Anschluss an Conchita Wurst auf der Bühne stehen. Die unspektakuläre Nummer dürfte zwischen den effektorientierten, oft schrillen und lauten Songs der übrigen Starter kaum auffallen. Aber nicht schlimm: Alles über Platz 21 können Elaiza als Steigerung verbuchen. Auf dem war im vergangenen Jahr die deutsche Starterin Cascada gelandet.

Für einen anderen Deutschen gilt der diesjährige Wettbewerb schon jetzt als Erfolg. Komponist Ralph Siegel („Ein bisschen Frieden“) hat das Lied für San Marino geschrieben – das es immerhin bereits bis ins Finale geschafft hat. Eine Leistung, die Siegel in den Vorjahren nicht vergönnt war. Schon mehrfach hatte er deshalb angekündigt, sein Engagement für den Wettbewerb zu überdenken, war dann aber doch immer wieder rückfällig geworden.

Teilnehmerin aus der Ukraine beschwört Einheit ihres Landes

Neben den zahllosen Solidaritätsbekundungen für Österreichs Conchita Wurst ist der Eurovision Song Contest 2014 noch aus einem anderen Grund politischer als sonst: Während die Starterin der Ukraine auf Pressekonferenzen die Einigkeit ihres Heimatlandes beschwor und dafür in Fankreisen eine Menge Sympathien gewann, wurden die russischen Starterinnen, zwei blonde Zwillinge, in Kopenhagen mehrfach ausgebuht. Wegen Russlands Haltung im Ukraine-Konflikt und wegen der homophoben Politik von Präsident Wladimir Putin. Dennoch hat es Russland ins Finale geschafft, ebenso Weißrussland, das es beim Eurovision-Publikum in den Vorjahren traditionell schwer hatte.

Anweisung aus dem Kreml für die russischen Sängerinnen

Gut möglich, dass im Finale erneut Pfiffe ertönen werden. Die lassen sich am Mischpult des Produktionsteams nur begrenzt ausblenden. Die Ukrainerin Maria Yaremchuk, die den Wettbewerb eröffnen wird, hat inzwischen immerhin betont, dass doch bitte die Musik im Vordergrund stehen solle, ja dass Musik Menschen im besten Fall sogar vereinen könne. Und die russischen Tolmatschowa-Zwillinge? Sie haben angeblich die Auflage, jedes politische Statement zu unterlassen. Anweisung aus dem Kreml, heißt es in Kopenhagen.

Der Song Contest beginnt am Samstag um 21 Uhr. Die ARD überträgt ab 20.15 Uhr aus Kopenhagen. Wer sich vorab ein Bild von den qualifizierten Teinehmern machen möchte, kann sich alle Beiträge unter www.eurovision.de anhören. Und ab 20 Uhr tickern wir dann hier los.

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