Facebook : Bis zu 2,7 Millionen Einwohner der EU von Datenskandal betroffen

Auch in der EU sind viele Nutzer vom Datenskandal bei Facebook betroffen. Künftig will der Konzern die Nutzer über eine Datenweitergabe informieren.

Facebook will die Nutzer über die Weitergabe von Daten informieren.
Facebook will die Nutzer über die Weitergabe von Daten informieren.Foto: Dominic Lipinski/PA Wire/dpa

In der Europäischen Union sind nach Angaben der EU-Kommission möglicherweise bis zu 2,7 Millionen Menschen vom Datenskandal bei Facebook betroffen. Facebook habe bestätigt, dass die persönlichen Daten von bis zu 2,7 Millionen Einwohnern der EU möglicherweise "in unangemessener Weise" an das Unternehmen Cambridge Analytica weitergeben worden seien, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Freitag.

Der Internetkonzern steht durch den Skandal um die mutmaßliche Abschöpfung der Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern weltweit durch die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica unter massivem Druck. Cambridge Analytica hatte die Nutzerdaten mittels einer App mit einem Persönlichkeitstest abgefischt.

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Datenskandal: Hunderttausende deutsche Facebook-Nutzer betroffen
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Durch die App erlangte die Firma auch Zugriff auf die Daten von Facebook-"Freunden" der Testteilnehmer. Es besteht der Verdacht, dass diese Daten unter anderem zur Wählerbeeinflussung bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 benutzt wurden.

Nutzer sollen informiert werden

Facebook will seine Nutzer weltweit ab Montag über die mögliche Weitergabe ihrer Daten an Dritte informieren. „Wir werden es jedem mitteilen, dessen Daten von Cambridge Analytica betroffen sein könnten“, sagte Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ am Donnerstagabend.

Die Information soll ganz oben im Newsfeed von Facebook auftauchen. Auch alle Apps, mit denen Nutzer auf Facebook verbunden sind, sollen dort in einer eigenen Mitteilung zu sehen sein. Es soll eine einfache Möglichkeit geben, diese Apps zu löschen, kündigte Sandberg an.

Mitte März wurde bekannt, dass die britische Analyse-Firma Cambridge Analytica unrechtmäßig an Informationen von Millionen Facebook-Usern gekommen war - ohne deren Wissen. Am Donnerstag teilte Facebook mit, dass bis zu 87 Millionen Nutzer weltweit betroffen sein könnten, darunter rund 310 000 Anwender aus Deutschland. Zuvor war man von 50 Millionen Betroffenen ausgegangen. Konzernchef Mark Zuckerberg wird kommende Woche vor dem US-Kongress - zunächst vor dem Justizausschuss des Senats und dann vor dem Handelsausschuss des Repräsentantenhauses - zu dem Skandal befragt. (AFP/dpa)

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