Falle für Temposünder : Hanau will Raser mit künstlichen Schlaglöchern stoppen

Per Radar und absenkbaren Stahlplatten will man in Hessen künftig gegen Temposünder vorgehen.

Ein Auto fährt durch die Tempo-20-Zone in Hanau, wo bei zu schnellem Fahren in Zukunft ein künstliches Schlagloch erzeugt wird.
Ein Auto fährt durch die Tempo-20-Zone in Hanau, wo bei zu schnellem Fahren in Zukunft ein künstliches Schlagloch erzeugt wird.Foto: Andreas Arnold/dpa

Die Stadt Hanau will Raser und Auto-Poser in der Innenstadt versuchsweise mit einer auf deutschen Straßen neuartigen Temposchwelle ausbremsen. Die Idee: Bei zu schnellem Fahren wird ein künstliches Schlagloch erzeugt. Die Technik beruht auf einem Radarmessgerät und Stahlplatten im Straßenbelag, die sich rasch um vier Zentimeter absenken, wenn sich ein Fahrzeug mit erhöhtem Tempo nähert. Der erhoffte Lerneffekt besteht darin, dass der Fahrer beim Passieren ein unsanftes Poltern spürt. Das sogenannte Actibump-System einer schwedischen Firma kostet 50.000 Euro, sei bereits bestellt und soll nach Plänen der Stadt im Spätsommer eingebaut werden, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte.

Es fehlt noch an der Zulassung der Bundesanstalt für Straßenwesen

Die Technik habe sich bereits in Schweden und Tschechien bewährt und solle nun auf der Langstraße in einer Tempo-20-Zone installiert werden, berichtete die Stadt. Dort sorgen Auto-Poser für Ärger, weil sie rasant und mit viel Imponiergehabe unterwegs sind. Doch ob die absenkbaren Stahlplatten tatsächlich eingebaut werden dürfen, muss noch abschließend geklärt werden, wie ein Stadtsprecher sagte. Das hessische Verkehrsministerium sehe noch Klärungsbedarf, ob das System ohne Zulassung der Bundesanstalt für Straßenwesen in Eigenregie in Betrieb genommen werden dürfe. (dpa)

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