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„Flucht- und Verdunklungsgefahr“ : Mutmaßliche Mittäter von Augsburg müssen wieder in Haft

Erst waren sie frei gekommen. Doch nun werden sechs junge Männer wieder verdächtigt, an der Tötung eines 49-Jährigen in Augsburg beteiligt gewesen zu sein.

Gedenken an den getöteten Feuerwehrmann in Augsburg
Gedenken an den getöteten Feuerwehrmann in AugsburgFoto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Im Fall des erschlagenen Feuerwehrmanns in Augsburg müssen sechs Verdächtige, die kurz vor Weihnachten freigelassen worden waren, wieder in Haft. Das berichten die „Augsburger Allgemeine“ und der „BR24“. Die Staatsanwaltschaft wirft den jungen Männern demnach Beihilfe zum Totschlag vor.

Ein Sprecher der Polizei in Augsburg sagte auf Nachfrage am Freitagabend, dass das Oberlandesgericht in München diese Entscheidung getroffen habe. Das OLG sieht einem Verteidiger zufolge bei den sechs vor kurzem freigelassenen Verdächtigen doch Flucht- und Verdunklungsgefahr. Daher habe es die ursprünglichen Haftbefehle wegen Beihilfe zum Totschlag wieder in Kraft gesetzt, sagte Anwalt Michael Menzel am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das OLG wolle wissen, wie eng der Zusammenhalt zwischen den Jugendlichen und jungen Männern gewesen sei und ob es doch eine Gruppendynamik gegeben habe, erläuterte Menzel. Dafür wolle es die weiteren Ermittlungen abwarten.

Der Verteidiger eines der sechs Verdächtigen sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend, dass sein Mandant am Freitag wieder festgenommen worden sei. Er werde vermutlich am Samstag einem Haftrichter vorgeführt, sagte der Anwalt.

Verdächtige von Augsburg wegen Beihilfe zum Totschlag verhaftet

Die sechs Tatverdächtigen waren am Nikolaustag auf dem Augsburger Königsplatz in einen Streit mit dem 49-Jährigen involviert gewesen, in dessen Verlauf ein siebter aus der Gruppe das Opfer mit einem einzigen Schlag getötet haben soll. Der 17-Jährige sitzt weiterhin wegen Totschlags in U-Haft. Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.

Die sechs Verdächtigen waren wenige Tage nach der Tat am 6. Dezember wegen Beihilfe zum Totschlag in Untersuchungshaft gekommen - vor Weihnachten wurden sie dann entlassen. Die Jugendkammer sah für sie keinen dringenden Tatverdacht, hatte das Landgericht Augsburg am Montag mitgeteilt. Die Verteidiger der sechs Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen hatten zuvor Haftbeschwerde eingelegt. (dpa, AFP)

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