Gruppenvergewaltigung in Indien : Schuldsprüche für Sexualmord an Achtjähriger

Vier Tage lang wird ein entführtes Mädchen in Indien vergewaltigt und schließlich getötet. Drei Haupttätern droht nun die Todesstrafe.

Demonstranten fordern gerechte Justiz beim Prozess um die Gruppenvergewaltigung und Ermordung eines Mädchens in Indien.
Demonstranten fordern gerechte Justiz beim Prozess um die Gruppenvergewaltigung und Ermordung eines Mädchens in Indien.Foto: dpa/Zuma Wire/Subhajit Naskar/SOPA Images

Knapp eineinhalb Jahre nach dem grausamen Sexualmord an einer Achtjährigen im indischen Teil von Kaschmir sind sechs Männer schuldig gesprochen worden. Drei der Angeklagten wurden wegen Vergewaltigung und Mordes verurteilt, wie örtliche Medien am Montag berichteten. Die übrigen Beschuldigten - darunter zwei Polizisten - wurden demnach wegen der Vernichtung von Beweismitteln verurteilt. Die Verkündung des Strafmaßes wurde noch im Laufe des Tages erwartet. Den drei Haupttätern droht die Todesstrafe.

Das Mädchen gehörte zu einer Gemeinde muslimischer Nomaden. Es war laut Ermittlern im Januar 2018 im Bezirk Kathua entführt, vier Tage lang von der Gruppe in einem Tempel vergewaltigt und dann zu Tode geprügelt worden. Die Polizei hatte damals acht Verdächtige festgenommen. Einer von ihnen wurde in dem Prozess in der Stadt Pathankot freigesprochen, ein weiterer muss sich separat vor einem Jugendgericht verantworten.

Radikale Hindus hatten seinerzeit mit Protesten die Freilassung der Festgenommenen gefordert. Der Fall hatte die religiösen Spannungen in dem ohnehin von Konflikten geprägten Bundesstaat Jammu und Kaschmir im Himalaya angefacht. Seit Jahrzehnten fordern dort muslimische Aufständische eine Abspaltung von Indien.

Brutale sexuelle Gewalt gegen Frauen und auch Kinder kommt in Indien oft vor. Nach offiziellen Statistiken wurden 2016 in dem Land mehr als 19.000 Vergewaltigungen von Minderjährigen erfasst. Die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Im April 2018 hatte die indische Regierung einen Erlass auf den Weg gebracht, um die Vergewaltigung von Kindern unter 12 Jahren unter Todesstrafe zu stellen. (dpa)

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