Hitlergrüße, Hakenkreuze, Gewaltfantasien : Schuldirektor schlägt wegen Nazi-Chat Alarm

In einem Gymnasium bei Stuttgart haben Schüler in einem Chat Nazi-Inhalte verbreitet. Die Polizei ermittelt, spricht aber von „jugendtypischen Verfehlungen“.

Schülerin mit Smartphone
Schülerin mit SmartphoneFoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

In einem Gymnasium in Leonberg bei Stuttgart hat der Schuldirektor die Polizei eingeschaltet, weil in einem Klassenchat anzügliche Inhalte und Zeichen verfassungswidriger Organe verbreitet wurden. Das sagte ein Sprecher der Polizei Ludwigsburg dem Tagesspiegel.

Zuerst hatte die „Bild“- Zeitung berichtet und aus einem Brief an die Eltern der Schule zitiert. Demnach seien in einem Chat einer 9. Klasse Inhalte verschickt worden, „die wahrscheinlich strafrechtlich relevant sind“.

Es seien Hakenkreuze und Hitlergrüße gepostet worden. Zudem hätten die Schüler ein Bild eines Maschinengewehrs mit dem Kommentar „löst bis zu 1800 Asylanträge pro Minute“ verschickt. Auch seien sexualisierte Karikaturen in dem Chat aufgetaucht, drei Lehrerinnen seien verunglimpft worden.

Inzwischen sind vier Tatverdächtige ermittelt, sagte der Polizeisprecher dem Tagesspiegel. Von ihnen gehe aber keine kriminelle oder politische Energie aus. Es handele sich vielmehr um eine "jugendtypische Verfehlung". Die Bild-Zeitung hatte zuvor von fünf Schülern berichten, gegen die ermittelt werde.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann hatte in der Bild-Zeitung zu dem Fall Stellung bezogen: „Wir gehen allen Vorfällen dieser Art nach. In besonders krassen Fällen selbstverständlich auch unter Einbeziehung der Strafverfolgungsbehörden.“ (tsp)

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