In Magdeburg erreicht der Wasserpegel der Elbe einen Rekordstand

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Update
Hochwasser in Deutschland : Deichbruch und Zwangs-Evakuierung: Die Ereignisse des Freitags zum Nachlesen

09.20 Uhr: Das Elbehochwasser ist in Magdeburg auf einen Rekordstand geklettert. Am Freitagmorgen wurde an der Strombrücke erstmals die Marke von 7,00 Meter überschritten, wie die Stadt mitteilte. Der Hochwasserscheitel wird weiterhin für Sonntag erwartet und soll 7,20 Meter betragen. Am Freitag zeigte der Pegel allerdings schon 10 Zentimeter mehr an als prognostiziert. Tausende Helfer versuchten in und um Magdeburg, Deiche gegen die Wasserflut zu verstärken. Normal sind für die Elbe in Magdeburg knapp 2 Meter.

09.05 Uhr: In Mühlberg (Elbe-Elster) wird im Laufe des Tages die Scheitelwelle der Elbeflut erwartet. Am frühen Morgen lag der Pegelstand des Flusses bei 9,86 Meter. Bei der Jahrhundertflut 2002 war der Fluss auf 9,98 Meter gestiegen. Die Stadt ist inzwischen weitestgehend evakuiert. In der Nacht wurden schadhafte Stellen im Deich abgedichtet - ob sie halten, wird sich in den nächsten 24 Stunden zeigen, hieß es.

Hochwasser in Deutschland
Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).Weitere Bilder anzeigen
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27.06.2013 21:23Das Hochwasser geht, der Schaden bleibt. Wie hier auf der Bundesstraßee 188 bei Kabelitz (Sachsen-Anhalt).

09.00 Uhr: An der Neiße hat sich die Lage inzwischen entspannt. Die Hochwasserstufe 3 wurde wieder zurückgenommen. In den Grenzstädten Forst und Gruben ist die Lage stabil. Der Krisenstab des Landkreises Spree-Neiße hat am Donnerstagabend die Arbeit eingestellt.
Auch in der Stadt Spremberg an der Spree hat sich die Lage wieder entschärft. Seit Donnerstagmittag sinkt der Pegelstand. Das Bürgertelefon wurde inzwischen wieder eingestellt. "Zwar ist die Spree in Spremberg immer noch sehr hoch, aber man geht derzeit davon aus, dass die Deiche halten", sagte eine Sprecherin des Landkreises Spree-Neiße.

08.45 Uhr: Das Hochwasser der Spree führt zu einer teilweisen Sperrung der Fließe für Kanus und Touristen-Kähne. So will der Landkreis Dahme-Spreewald auf dem Abschnitt zwischen der Ragower Kahnfahrt und Leibsch im Unterspreewald ab Sonnabend ein Fahrverbot durchsetzen. Die hohe Wasserführung an Wehranlagen und anderen engen Stellen führe zu erheblichen  Strömungsgeschwindigkeiten, so dass hier akute Lebensgefahr besteht. Auch einige Radwege, die auf den Deichen verlaufen, wurden gesperrt. In Lübbenau war am Freitagvormittag noch nichts von Sperrungen bekannt.

08.30 Uhr: Der Pegelstand der Elbe hat in Magdeburg die Marke des Hochwassers von 2002 überstiegen. Nach Angaben des Innenministeriums wurde der Höchststand von 6,72 Metern beim damaligen Jahrhunderthochwasser am Donnerstagabend überschritten. Inzwischen liegt er bei 6,97 Metern. Er soll weiter steigen.

08.10 Uhr: Die Hochwasser-Katastrophe in Deutschland führt auch zu Behinderungen im Fernbahnverkehr. Wegen Gleissperrungen im Bereich Wittenberg werden die Züge zwischen Berlin und Leipzig über Dessau umgeleitet und sind eine Stunde länger unterwegs, wie die Deutsche Bahn in der Nacht zum Freitag mitteilte. Auch die Fahrzeiten auf der Strecke Magdeburg-Leipzig und in der Gegenrichtung verlängern sich. Die Bahn hat eine kostenlose Hotline zu den Auswirkungen des Hochwassers auf den Bahnverkehr eingerichtet.

07.52 Uhr: In Sachsen hat das Elbe-Hochwasser seinen Höhepunkt erreicht. In Dresden verharrte der Fluss am Donnerstag stundenlang bei 8,76 Metern. Die Behörden hatten einen Höchststand um die neun Meter geschätzt. Am frühen Freitagmorgen war die Situation in der Stadt nach Angaben eines Sprechers stabil. Laut Tagesschau sinke der Pegel in der Stadt erstmals wieder.

07.35 Uhr: In Niedersachsen hoffen die Menschen wieder: Nachdem die Prognosen für die höchsten Pegelstände zwei Tage in Folge nach unten korrigiert wurden, setzen jetzt viele Anwohner darauf, dass es für sie diesmal doch nicht so schlimm kommt wie bisher befürchtet. In der besonders bedrohten Kleinstadt Hitzacker werden nun für Dienstag und Mittwoch Höchststände von 7,65 Metern erwartet - 1,15 Meter weniger als noch vor zwei Tagen.

07.20 Uhr: Der Druck auf die Dämme in Halle sinkt, bleibt aber nach Angaben des Krisenstabs der Stadt enorm hoch. Am Morgen ging der Pegelstand in Halle-Trotha auf 7,45 Meter zurück. Das waren fast zehn Zentimeter weniger als in der Nacht. Die Entwicklung sei insgesamt positiv, die Lage stabil aber weiter sehr ernst. Nach wie vor müssten der Passendorfer und der Gimritzer Damm starkem Druck standhalten. Bisher halten die Deiche jedoch.

Die Flussaue der Elbe vor der Lutherstadt Wittenberg ist völlig überschwemmt.
Die Flussaue der Elbe vor der Lutherstadt Wittenberg ist völlig überschwemmt.Foto: dpa

07.00 Uhr: Mit zerstörerischer Kraft bedroht das Hochwasser jetzt den Norden Deutschlands. Bundesländer wie Niedersachsen und Brandenburg rüsteten sich für die anrollenden Wassermassen, die im Süden und Osten bereits große Verwüstungen angerichtet haben. In Sachsen-Anhalt starb ein Mann nach einem Zusammenstoß mit einem Sandsacktransporter.

In Sachsen-Anhalt ist die Lage weiter ernst. Der Pegelstand der Saale in Halle sank weiter, wie der Krisenstab des Innenministeriums mitteilte. Die Lage sei aber nach wie vor bedenklich. Im Kampf gegen die Wassermassen kam am Donnerstagabend in Wittenberg ein 74 Jahre alter Mann ums Leben. Er wurde von einem Baufahrzeug erfasst, das im Sandsäcketransport im Einsatz war.

Die Lage in den hochwassergefährdeten Gebieten an der Elbe hat sich leicht entspannt. Im Landkreis Lüneburg waren in der Nacht zum Freitag erneut Hunderte Helfer im Schichtdienst im Einsatz. Nun hätten aber fast alle Deiche die erforderliche Höhe. „Jetzt heißt es, den Status Quo zu halten und die weitere Entwicklung abzuwarten“, sagte Sigrid Ruth vom Einsatzstab des Landkreises am Freitag. Bereits eine halbe Million Sandsäcke seien im Kreis Lüneburg gefüllt worden. Voraussichtlich Dienstag wird die Elbeflut in Niedersachsen ihren Höchststand erreichen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte den Menschen in den Flutgebieten erneut Unterstützung zu. „Ich glaube, dass man sich darauf verlassen kann, dass das Menschenmögliche getan wird“, sagte sie bei einem Besuch in der Chemiestadt Bitterfeld.

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte am Donnerstag in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“, die von der Kanzlerin angekündigte Unterstützung in Höhe von 100 Millionen Euro werde „sicher nicht das letzte Wort sein“. (mit dpa/AFP)

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