Illegaler Waffenhandel : Betreiber von Plattform "Migrantenschreck" aus Ungarn nach Berlin überstellt

Die deutsche Justiz ermittelt gegen den 34-Jährigen Mario R. wegen illegalen Waffenhandels sowie Volksverhetzung und Verleumdung.

Die Internetseite migrantenschreck.ru - Screenshot von 2016 - ist nicht mehr erreichbar.
Die Internetseite migrantenschreck.ru - Screenshot von 2016 - ist nicht mehr erreichbar.Screenshot: Matthias Meisner/Tagesspiegel

Der mutmaßliche Betreiber der Internetseite "Migrantenschreck" ist von den Behörden in Ungarn nach Deutschland überstellt worden. Der 34-jährige Mario R. traf in Begleitung von zwei Polizeibeamten des Landeskriminalamts Berlin am Donnerstagnachmittag auf dem Flughafen Schönefeld ein, wie die Generalstaatsanwaltschaft in der Hauptstadt mitteilte. Gegen R. wird wegen illegalen Handeltreibens und Einfuhr von Waffen sowie wegen Volksverhetzung und Verleumdung ermittelt.

R. betrieb nach früheren Angaben der Ermittler von Mai bis November 2016 von Ungarn aus einen illegalen Onlinewaffenversandhandel mit dem Namen "Migrantenschreck". Medienberichten zufolge wollte der 34-Jährige seine Kunden in Deutschland gegen Flüchtlinge bewaffnen. Im Juli 2017 fanden Zollfahnder bei Durchsuchungen in Berlin, Brandenburg und Thüringen 13 Schusswaffen, die sich Waffenkäufer aus Deutschland über die Internetseite Migrantenschreck.ru besorgt hatten.

Die Staatsanwaltschaft Berlin erwirkte gegen den Tatverdächtigen einen europäischen Haftbefehl, den die ungarischen Behörden am 28. März in Budapest vollstreckten. Da R. seiner Überstellung nach Deutschland widersprach, konnte seine Auslieferung laut Generalstaatsanwaltschaft erst auf der Grundlage einer seit wenigen Tagen rechtskräftigen Entscheidung der ungarischen Gerichte erfolgen. (AFP)

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