Indonesien : 21 Tote nach Flugzeugbrand

Eine Passagiermaschine mit 140 Menschen an Bord hat im Anflug auf Yogyakarta Feuer gefangen und ist völlig ausgebrannt. Nach neusten Angaben sind 21 Menschen ums Leben gekommen, 119 überlebten die Katastrophe.

Jakarta - Viele Passagiere wurden mit schweren Brandwunden in Krankenhäuser gebracht. Das Gesundheits- und das Verkehrministerium hatten die Zahl der Toten zunächst mit 23 angegeben. Die Boeing 737-400 hatte am Morgen im Landeanflug auf Yogyakarta Feuer gefangen und war über die Landebahn hinausgeschlittert. Sie brannte völlig aus. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin waren keine deutschen Passagiere an Bord.

Ermittler fanden nach Informationen der BBC die Blackbox, auf der die technischen Daten und Stimmen aus dem Cockpit aufgezeichnet sind. Das Material sollte in den USA oder Australien ausgewertet werden. "Uns liegen keinerlei Erkenntnisse vor, dass es sich um Sabotage oder einen Terroranschlag gehandelt hat", sagte der australische Außenminister Alexander Downer. Offenbar war die Maschine zu schnell. Mehrere Mitarbeiter und Journalisten, die ihn zu einer Anti-Terrorkonferenz nach Jakarta begleitet hatten, waren an Bord der Unglücksmaschine. Mindestens ein Australier kam ums Leben.

"Das Flugzeug stand sofort in Flammen"

Überlebende berichteten von dramatischen Minuten an Bord kurz vor der Landung. "Wir hatten alle das Gefühl, dass es bei der Landung zu einem Unfall kommen würde", sagte der italienische Südostasienkorrespondent Alessandro Bertellotti. "Das Flugzeug war viel zu schnell, es war klar, dass es nicht bremsen können würde." Die australische Journalistin Cynthia Banham erlitt selbst schwere Brandwunden. "Sie sah Leute in Flammen stehen", sagte ihr Kollege Mark Forbes, der eine frühere Maschine nach Yogyakarta genommen hatte.

"Vor der Landung begann die Maschine zu wackeln. Plötzlich war die Kabine voller Rauch", berichtete Passagier Dien Syamsudin dem Radiosender Elshinta. "Es gab drei laute Explosionen, bevor die Maschine landete", berichtete ein anderer. "Das Flugzeug stand sofort in Flammen." Die Maschine setzte schließlich hart auf, schoss 300 Meter über die Landebahn hinaus und brannte in einem Reisefeld völlig aus. Nach Angaben von Augenzeugen raste die Boeing 737 mit brennenden Reifen über die Landebahn.

Nur eine von vielen Flugzeugkatastrophen

Der Crew von Flug GA-200 muss es gelungen sein, Sekunden nachdem die Maschine zum Stillstand gekommen war, die Türen aufzureißen. Viele Passagiere sprangen durch die offenen Luken ins Freie. Auf den ersten Fernsehbildern waren Menschen zu sehen, die teilweise mit Gepäck in den Händen über das Feld liefen. Andere lagen verletzt im Gras, während aus dem Wrack hinter ihnen dicke Rauchwolken quollen. Wegen der Hitze konnten Feuerwehrleute erst Stunden später den Flugzeugrumpf betreten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erklärte in einem Kondolenzschreiben an seinen indonesischen Kollegen Hassan Wirajuda sein Beileid für die vielen Opfer des Erdbebens auf der Insel Sumatra und des Unglücks in Yogyakarta.

Der Brand ist das dritte Flugzeugunglück in Indonesien seit Jahresbeginn. Mitte Februar war eine Maschine des Billigfliegers Adam Air auf dem Flughafen von Surabaya nach einer harten Landung auseinander gebrochen. Der Pilot machte dafür Fallwinde verantwortlich. Die 148 Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. Die Behörden entzogen der Fluggesellschaft die Lizenz. Am Neujahrstag war bei schlechtem Wetter eine Adam Air-Maschine mit 102 Menschen an Bord ins Meer vor Sulawesi gestürzt. Das Wrack wurde erst Tage später geortet. (tso/dpa/AFP)

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