Jüngstes Opfer war zwei Jahre alt : Würzburger Prozess wegen sexueller Gewalt gegen Kleinkinder beginnt

Ein Sprachtherapeut soll sich laut Anklage mehrfach und massiv an sieben Kindern vergangen haben. Ihm drohen 15 Jahre Haft und Sicherheitsverwarung.

Schild an der Logopädie-Praxis des Angeklagten aus Würzburg
Schild an der Logopädie-Praxis des Angeklagten aus WürzburgFoto: Daniel Karmann/dpa

Ein Sprachtherapeut aus Würzburg muss sich von Donnerstagmorgen an wegen schweren sexuellen Missbrauchs von kleinen Jungen vor Gericht verantworten. Der 38-Jährige soll sich in 66 Fällen massiv an sieben Kindern vergangen haben, darunter vor allem körperlich und geistig behinderte. Manche von ihnen waren erst zwei Jahre alt. Einige können gar nicht sprechen, andere nur wenige Worte.

Die Große Jugendkammer am Landgericht Würzburg hat elf Verhandlungstage bis Ende April anberaumt. Der Mann war vor fast einem Jahr gefasst worden. Er ist laut Generalstaatsanwaltschaft Bamberg weitgehend geständig. Denkbar ist, dass ein Teil des Prozesses unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, um die Opfer zu schützen.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Mann seit 2008 bis zu seiner Festnahme im vergangenen März seine Opfer im Alter von zwei bis sechs Jahren in unterschiedlicher Weise missbraucht haben. Die Übergriffe sollen in seinen zwei Praxen und in zwei Würzburger Kindergärten erfolgt sein, in denen er eigentlich die Kinder therapieren sollte. Die Kita-Mitarbeiter sollen davon nichts mitbekommen haben.

Neben einer Haftstrafe von bis zu 15 Jahren droht dem Angeklagten auch die Sicherungsverwahrung. Die Staatsanwaltschaft kündigte bereits an, diese prüfen zu lassen.

Von seinen Taten fertigte der Mann kinderpornografische Bilder und Videos an, die er über das Darknet verbreitete. Er war nach Razzien in seinen Praxen und in seiner Wohnung festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. (dpa, AFP, epd)

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!