"Was passiert ist, ist eine Katastrophe"

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Kulturkampf : Prügelei in Münchner Moschee

Seitdem ist die Moschee nicht mehr das Zentrum, das die 4500 Exil-Afghanen in Bayern eint. Schon vor längerem hat der Migrationsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes deshalb die Zusammenarbeit auslaufen lassen. Wegen der dortigen Unstimmigkeiten wolle man auf absehbare Zeit keine neuen Projekte wie Sprachkurse oder Kindergruppen anbieten, sagt ein Rotkreuzsprecher. Der Gemeinde gehören junge und alte Afghanen an, neue Flüchtlinge und andere, die schon lange in Deutschland leben.

Es gibt Hinweise, dass nicht allein die privaten Lebensverhältnisse des Imam für die Spaltung verantwortlich sind. „Die neue Gruppe, die sich gegen den Imam stellte, wollte stärker in die Moschee rein“, sagt ein Beobachter. „Diese Gruppe ist für ein strenges islamisches Leben.“ Dass es sich um Extremisten handelt, dem widersprechen die deutschen Behörden.

Hildebrecht Braun, Münchner Rechtsanwalt, kümmert sich immer wieder um muslimische Gruppen im Münchner Raum. „Was passiert ist, ist eine Katastrophe“, sagt er. Es sei „brutalste Gewalt ausgeübt worden“, einem Mann etwa sei mit einem Schlagring der Schädel schwer verletzt worden. Dass die Entwicklung mit wachsendem Fundamentalismus zu tun habe, sei aber falsch. Vielmehr gehe es um den Machtkampf verschiedener Gruppierungen und Stämme, etwa der Usbeken und Paschtunen.

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