Lagune von Venedig : Zwei Bootsunglücke innerhalb weniger Stunden

Drei Menschen sind bei zwei Bootsunglücken in der Lagune von Venedig getötet worden. Kritiker warnen bereits seit Jahren vor den Gefahren.

Starker Verkehr herrscht mitunter in Venedig - nicht nur an der Rialto-Brücke.
Starker Verkehr herrscht mitunter in Venedig - nicht nur an der Rialto-Brücke.Foto: epa ansa Merola/epa/dpa

Bei zwei Bootsunglücken in Venedig sind innerhalb weniger Stunden drei Menschen ums Leben gekommen. Beim ersten Unfall stießen in der Lagune in der Nähe des Lido ein Fischerboot und ein Motorboot zusammen. Zwei Menschen starben, vier wurden bei dem Unfall in der Nacht zu Samstag verletzt, wie die Feuerwehr mitteilte.

Bei dem zweiten Vorfall starb ein Mann aus der Region, wie Nachrichtenagenturen berichteten. Vier Menschen wurden verletzt. Womöglich war das Boot wegen Wellengangs umgekippt.

Bei den Toten des ersten Unglücks handelt es sich nach Medienangaben um zwei Fischer aus Venedig. Auf dem Motorboot seien vier Menschen gewesen, in dem Fischerboot zwei. Der Unfall ereignete sich kurz vor Mitternacht in der Gegend zwischen der kleinen Insel Sant'Andrea und dem Lido.

Nach ersten Erkenntnissen habe das Motorboot das andere Boot gerammt, sagte ein Feuerwehrsprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die vier Verletzten seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Lokalen Medien zufolge waren vier junge Leute aus Venedig auf dem Motorboot, sie seien sehr schnell unterwegs gewesen. Ein Alkoholtest sei aber negativ ausgefallen.

"Autobahn im Meer"

Der zweite Unfall ereignete sich am Samstag in der südlichen Lagune außerhalb der Altstadt - der Hergang ist noch unklar.

„Leider ist Venedig eine Autobahn im Meer geworden, auf der Motorboote ohne Regeln rasen“, erklärte Stefano Pedica von der sozialdemokratischen Partei Partito Democratico. „Die Proteste der Gondolieri und der Fischer sind bisher ungehört geblieben.“ Der Bürgermeister müsse nun mutig sein und Motorboote verbieten.

Über den Boots- und Schiffsverkehr in Venedig wird seit langem gestritten. Den Kritikern sind zu viele Boote und Schiffe auf den Kanälen unterwegs: Neben den Wasserbussen (Vaporetti) sind es unter anderem Wassertaxis, Gondeln und Motorboote.

Zwar hat die Stadt strikte Auflagen für Boote in den Kanälen, zum Beispiel im Canal Grande. Aber es kommt doch immer wieder zu tödlichen Unfällen: 2013 kam ein deutscher Tourist ums Leben, nachdem seine Gondel mit einem Wasserbus zusammengestoßen war. (dpa)

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