Update

Millionenstadt Chongqing : 14 Kinder bei Messerattacke in China verletzt

Eine Frau ist vor einem Kindergarten in der Großstadt Chongqing mit einem Messer auf Kinder losgegangen. In China kommt es immer wieder zu solchen Angriffen.

Polizei im Einsatz (Symbolbild).
Polizei im Einsatz (Symbolbild).Foto: Patrick Pleul/dpa

Vor einem Kindergarten in der südwestchinesischen Millionenstadt Chongqing ist eine Frau wahllos mit einem Hackmesser auf Kinder losgegangen und hat 14 von ihnen verletzt. Wie die Polizei berichtete, wurde die Angreiferin am Freitag festgenommen. Ihr Motiv wurde zunächst nicht bekannt. Unklar war auch die Schwere der Verletzungen und ob einzelne Kinder in Lebensgefahr schwebten.

Die 39-jährige Frau habe die Kinder am Vormittag am Eingang der Tagesstätte im Stadtbezirk Banan plötzlich mit dem Messer attackiert. Sicherheitsleute und Mitarbeiter hätten sie überwältigt. Die verletzten Kinder seien ins Krankenhaus gebracht worden.

In China kommt es immer wieder zu blutigen Angriffen auf Kinder aus Grund- oder Mittelschulen oder Kindertagesstätten. Als Reaktion sind die Sicherheitsvorkehrungen vielerorts verschärft worden. Fremde und selbst Eltern dürfen meist nicht auf das Schulgelände. Ohnehin werden jüngere Kinder von Erwachsenen, meist Eltern oder Großeltern, zur Schule gebracht und wieder abgeholt.

Psychologische Probleme der Täter

Häufig stecken psychologische Probleme der Täter hinter den Attacken. Oft werden auch Hass auf die Gesellschaft und Rachegelüste genannt. Erst Ende September war ein 29-Jähriger hingerichtet worden, der im April in Mizhi (Provinz Shaanxi) mit einem Messer neun Schüler getötet hatte. Das Gericht stellte bei der Verhängung der Todesstrafe fest, er sei unzufrieden und verärgert über seine Arbeit und sein Leben gewesen. So habe er sich zu der Bluttat entschlossen.

Im Juni hatte ein Mann in Shanghai auf dem Fußweg nahe einer Schule mehrere Grundschüler in Begleitung von Eltern auf dem Heimweg angegriffen und zwei von ihnen getötet. Es hieß, der arbeitslose Täter habe sich nach seinen eigenen Worten „an der Gesellschaft rächen wollen, weil er in seinem Leben gescheitert ist“.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte ein 22-Jähriger sogar eine selbstgebastelte Bombe unter wartenden Eltern vor einem Kindergarten in Xuzhou (Provinz Jiangsu) gezündet. Acht Menschen kamen ums Leben, darunter der Täter. Er soll psychologische Probleme gehabt haben. (dpa)

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!