Mittags in der Mensa : Gesundes Schulessen wäre nur vier Cent teurer

Immer mehr Kinder essen in den Schulen zu Mittag. Dabei ist die Qualität oft unzureichend. Die Minister Julia Klöckner und Jens Spahn wollen das ändern.

Laurenz Schreiner
In einer Schule in Kreuzberg warten Schüler auf ihr Mittagessen: Spaghetti mit Tomatensoße.
In einer Schule in Kreuzberg warten Schüler auf ihr Mittagessen: Spaghetti mit Tomatensoße.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Gesundes Essen an Schulen muss keine Frage des Geldes sein. Bereits für wenige Cent mehr pro Gericht könnten sich Schüler besser ernähren. Das ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag auf dem Bundeskongress Schulverpflegung in Berlin vorstellten.

Wissenschaftler untersuchten für die Studie die Kosten- und Preisstrukturen in der Schulverpflegung. Nach ihrer Berechnung wären durchschnittlich nur vier Cent pro Mittagessen mehr nötig, um nach den Qualitätsstandards der DGE zu kochen. Demnach sollte täglich Gemüse auf die Teller kommen – Fleisch aber nur zwei Mal pro Woche. Außerdem empfiehlt die DGE, mindestens wöchentlich Seefisch anzubieten.

Kommunen bezuschussen Mittagessen mit 1,2 Milliarden Euro

Klöckner sieht in dem Ergebnis einen Auftrag. „Es darf keine Ausreden mehr geben für die flächendeckende Anwendung der Standards“, sagte die Ministerin. Sie lobte die bisherige Arbeit der Kommunen, die bundesweit mit 1,2 Milliarden Euro das Schulessen förderten. Deshalb koste ein Mittagsgericht meist nicht mehr als 3,50 Euro. Für die Zukunft kündigte Klöckner „konkrete Unterstützungsmaßnahmen“ an.

Jens Spahn und Julia Klöckner halten beim Bundeskongress Schulverpflegung ein Schild hoch.
Jens Spahn und Julia Klöckner halten beim Bundeskongress Schulverpflegung ein Schild hoch.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Dabei will sie mit Jens Spahn kooperieren. Der Gesundheitsminister beklagte, dass 15 Prozent der Kinder in Deutschland übergewichtig seien. Um dem vorzubeugen, sollten Schulen Kinder neugierig auf Gemüse, auch auf Spinat, machen, sagte Spahn. Vor allem für Kinder, die zu Hause kein Frühstück oder Abendessen bekämen, sei das Schulessen von hoher Bedeutung, ergänzte Klöckner.

Doch wie gesund ist das Schulessen zur Zeit? Klöckner wolle „nicht den Stab brechen über die, die sich überhaupt um die Ernährung der Kinder bemühen“. Die Qualität habe aber bislang selten eine Rolle gespielt, kritisierte die Ministerin.

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Vielleicht ändert sich das durch die vier Cent mehr pro Essen. Dann wäre es gesund – und müsste den Schülern nur noch schmecken.

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