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Mutmaßlicher Mörder festgenommen : Zweite Frau in Göttingen erliegt Verletzungen

Ein mutmaßlicher Mörder hielt die Region zwischen Hannover und Göttingen rund 34 Stunden in Atem, bevor er gefasst wurde. Das erste Opfer hatte er in der Uni-Stadt auf offener Straße getötet.

Ermittler der Polizei stehen am abgesperrten Tatort. 
Ermittler der Polizei stehen am abgesperrten Tatort. Foto: dpa

Nach 34 Stunden auf der Flucht ist ein mutmaßlicher Frauenmörder in Göttingen gefasst worden. Der 52 Jahre alte Mann wurde am Freitagabend vor einem Schnellrestaurant gefasst, wie die Polizei mitteilte. Ein Zeuge hatte den Tatverdächtigen gegen 22.50 Uhr erkannt und die Beamten alarmiert. Polizisten überwältigten den Mann und nahmen ihn fest. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Die beiden Opfer waren Arbeitskolleginnen

Auch die Tat hatte sich in der niedersächsischen Universitätsstadt ereignet: Der Mann soll am Donnerstag gegen 13 Uhr bei einem Streit auf offener Straße eine 44- jährige Bekannte umgebracht und eine weitere Frau schwer verletzt haben.  Wie die Polizei am Samstag mitteilte, ist auch die 57-Jährige inzwischen an ihren Verletzungen gestorben. Die beiden Frauen waren demnach Arbeitskolleginnen.


Der mutmaßliche Täter hat sich demnach mehrfach telefonisch bei der Polizei nach dem Zustand seiner Opfer erkundigt. Er habe außerdem während seiner etwa 32-stündigen Flucht weitere Verhandlungsgespräche mit den Beamten über den Notruf 110 geführt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstag auf einer Pressekonferenz in Göttingen mit.


Ermittler bezeichnen Verdächtigen als „aalglatt“


Der Verdächtige sei „aalglatt“ aufgetreten, schilderten die Ermittler. Er habe nach bisherigen Erkenntnissen von verschiedenen Handys von Passanten angerufen.


Die Fahndung nach ihm hielt am Freitag die Region zwischen Göttingen und Hannover in Atem. Die Polizei war an mehreren Orten im Einsatz. Auch Hunde und Hubschrauber wurden eingesetzt. Die Polizei suchte öffentlich mit zwei Fotos nach dem mutmaßlichen Täter. 

Mutmaßlicher Täter bereits dreimal wegen Vergewaltigung verurteilt
 

Der Mann sei in den 1990er Jahren dreimal wegen Vergewaltigung verurteilt worden, so die Ermittler. Zum Ablauf der Tat vom Donnerstag sagten sie, der Verdächtige habe seiner 44-jährigen Bekannten am Arbeitsplatz aufgelauert, sie mit Brandbeschleuniger überschüttet und angezündet. Als die Frau versuchte, wegzulaufen, habe er mit einem Messer auf sie eingestochen.

Dann attackierte er die 57-jährige Frau, die ihrer Kollegin helfen wollte. Ein weiterer Zeuge sei mit einem Feuerlöscher zu Hilfe geeilt - diesen habe der mutmaßliche Täter entrissen und damit auf den Kopf des Opfers eingeschlagen.


Zeugen erkannten den Gesuchten in einem Zug

Am frühen Freitagmorgen wollten ihn Zeugen in einem Nahverkehrszug Richtung Hannover erkannt haben, der deshalb in Elze bei Hildesheim gestoppt wurde. „Es gab einen Hinweis vom Personal des Zuges auf den Gesuchten“, sagte eine Sprecherin der zuständigen Polizeiinspektion Göttingen.

„Als die Beamten eintrafen, flüchtete die Person aus dem Zug.“ Dabei soll der eingeschlossene Mann mit einem Notfallhammer die Scheibe eingeschlagen haben und zu Fuß entkommen sein.

Vom Tatort war der 52-Jährige zunächst auf einem Fahrrad mit Packtaschen geflohen. Schon am Donnerstagabend hatte die Polizei den Göttinger Bahnhof sperren lassen. Mehrere Fernzüge wurden umgeleitet. (dpa)
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