Mysterium in der Bretagne : Rätsel um angespülte Garfield-Telefone nach Jahrzehnten gelöst

Immer wieder fanden Umweltschützer an den Stränden Westfrankreichs Plastikschrott in Form des Cartoon-Katers Garfield. Jetzt wurde deren Ursprung geklärt.

Orange, faul und gefräßig: Das sind die Markenzeichen des Cartoon-Katers Garfield.
Orange, faul und gefräßig: Das sind die Markenzeichen des Cartoon-Katers Garfield.Foto: AFP/Fred Tanneau

Seit mehr als 30 Jahren werden Garfield-Telefone an Stränden der Bretagne angeschwemmt - nun haben französische Umweltschützer die Ursache für dieses mysteriöse Phänomen geklärt. In einer Grotte nahe der äußersten Westspitze Frankreichs wurden die Überreste eines Containers mit der skurrilen Ladung entdeckt.

"Wir haben diese unglaubliche Felsspalte von 30 Metern Tiefe gefunden, und ganz unten sind Reste eines Containers", sagte Claire Simonin von dem Verein Ar Viltansoù, der Strände im äußersten Westen Frankreichs von Müll befreit. Über Jahre hinweg hatte das Team versucht, herauszufinden, woher die Garfield-Telefone stammen. "Unseren Verein gibt es seit 18 Jahren, und seitdem finden wir bei fast jeder Strandreinigung Teile von Garfield-Telefonen."

Die orangefarbenen Garfield-Teile wurden immer wieder auf einem etwa 24 Kilometer langen Küstenabschnitt zwischen den Gemeinden Plougonvelin und Plouarzel angeschwemmt. Als das Phänomen im Februar 2019 wieder auftrat, halfen Medienberichte dabei, das Rätsel endlich zu lösen. Denn daraufhin meldete sich ein Anwohner beim Verein Viltansoù, der erzählte, den geheimnisvollen Container bereits in den 1980er Jahren gesehen zu haben, wie der Sender Franceinfo berichtete.

Schließlich beschloss das Team vom Umweltschutzverein Viltansoù, sich an der vermuteten Stelle auf die Suche zu machen - und fand den Garfield-Schatz. Doch so bizarr die Geschichte der orangen Festnetztelefone auch ist - ihr Hintergrund ist ernst. „Garfield ist für uns ein Symbol, das ermöglicht, das Bewusstsein für das Problem der Meeresverschmutzung durch Kunststoffe zu schärfen“, mahnt Simonin. Denn es sei nur ein Container von Tausenden, die im Ozean versunken seien. (AFP/dpa)

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