Nach Tod eines Kleinkindes : Ikea zahlt hohe Millionensumme an Familie

Ein Junge wurde 2017 von einer Malm-Kommode erschlagen. Der Anwalt der Familie sagte, über den Rückruf des Möbels 2016 sei nicht ausreichend informiert worden.

Bei einer Pressekonferenz zur Einigung in Philadelphia wurden Bilder des Jungen und der Kommode gezeigt.
Bei einer Pressekonferenz zur Einigung in Philadelphia wurden Bilder des Jungen und der Kommode gezeigt.Foto: Matt Rourke/AP/dpa

Nach dem Tod Kleinkindes durch eine umgestürzte Kommode hat sich Ikea mit der Familie des Jungen auf einen Vergleich geeinigt.

Während keine gerichtliche Vereinbarung die tragischen Ereignisse ändern könne, sei man im Interesse aller Beteiligten dankbar, dass in dem Fall eine Einigung erzielt worden sei, sagte eine Sprecherin des schwedischen Möbelkonzerns am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Höhe der Summe, die Ikea den Angehörigen zahlt, sowie weitere Details wolle das Unternehmen nicht nennen.

US-Medienberichten zufolge soll es sich um eine Zahlung in Höhe von 46 Millionen Dollar handeln – das sind umgerechnet mehr als 41 Millionen Euro. Die Anwälte der Familie waren für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.

Der zweijährige Junge aus dem US-Staat Kalifornien war im Jahr 2017 seinen schweren Verletzungen erlegen, nachdem eine mehr als 30 Kilogramm schwere Malm-Kommode umgekippt und auf ihn gefallen war.

Die Familie verklagte Ikea deswegen vor einem US-Gericht. Sie warf dem Möbelkonzern vor, von der Kippgefahr gewusst zu haben wie auch davon, dass dies zu Verletzungen und Todesfällen von Kindern geführt habe. Die Kommode war 2016 nach mehreren Todesfällen in den USA und Kanada zurückgerufen worden.

Der Anwalt der Familie hatte laut dem „Philadelphia Inquirer“ argumentiert, dass dieser Rückruf schlecht kommuniziert worden sei, man sei über die Risiken nicht ausreichend informiert worden. Die betroffene Familie habe eine Ikea-Family-Mitgliedschaft und sei dennoch nicht per E-Mail über den Rückruf der Kommode informiert worden.

Ikea hatte zuvor bereits insgesamt 50 Millionen US-Dollar an Familien dreier durch die Kommode getöteter Kleinkinder gezahlt. (dpa/Tsp)

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